Commerzbank-Datenleck: Geldhaus muss 15.000 Kreditkarten austauschen

Commerzbank-Datenleck: Geldhaus muss 15.000 Kreditkarten austauschen

, aktualisiert 19. Januar 2016, 17:43 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Commerzbank tauscht nach Hinweisen auf ein Datenleck 15.000 Kreditkarten vorsorglich aus. Über das Ausmaß der Sicherheitslücke ist bislang wenig bekannt, aber vermutlich sind auch andere Kreditinstitute betroffen.

Die Commerzbank muss nach einem größeren Datenleck bei einem Kreditkarten-Dienstleister einen Teil der von ihr ausgegebenen Kreditkarten austauschen. Davon betroffen seien 15.000 Kreditkarten, teilte das Institut auf Anfrage mit. Auch wenn Kreditkarten immer wieder ausgetauscht werden müssen, ist das alles andere als eine alltägliche Menge. „Von der Kreditkartenorganisation haben wir Hinweise erhalten, dass Dritte möglicherweise unberechtigt in den Besitz von Kreditkartendaten gelangt sein könnten“, heißt es in einem Brief an betroffene Kunden.

Sparkassen, Sicherheit und Geldautomaten Der Hacker mit der Girokarte

Geldautomaten sind Computer – und haben das gleiche Problem wie PCs: Es gibt immer wieder Sicherheitslücken. Bei der Sparkasse konnte ein Hacker allein mit einer Kontokarte sensible Informationen auf den Bildschirm holen.

Dieser Anblick bot sich Benjamin Kunz Mejri, als er seine EC-Karten noch einmal in das SB-Terminal schob. Quelle: Evolution Security

„Um der Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung vorzubeugen, tauschen wir Ihre Karte vorsorglich aus“, schreibt die Commerzbank weiter. Vom Kartenaustausch betroffen sind auch einige Bahncards mit Kreditkarten-Funktion, denn diese tragen zwar das Bahncard-Design, die Kreditkartenfunktion wird aber von der Commerzbank gestellt.

Anzeige

Da das Datenleck nicht in der Commerzbank selbst aufgetaucht ist, dürften neben der Commerzbank auch andere Banken davon betroffen sein. Dem Vernehmen nach hatten sich Mastercard und Visa bei der Commerzbank wegen des Lecks gemeldet. Eine Bestätigung dafür oder Angaben über das Ausmaß des Datenlecks waren bei Mastercard und Visa zunächst nicht zu bekommen.

Cybercrime Die Gefahr der digitalen Erpressung

Seit Monaten attackieren professionelle Online-Schutzgelderpresser Unternehmen, darunter deutsche Mittelständler und DAX-Konzerne. Die geforderten Summen sind gering. Trotzdem sollten Unternehmen nicht klein beigeben.

Cyberkriminalität gegen Unternehmen. Quelle: Getty Images

Dass in jedem Fall Mastercard betroffen sein muss, geht aber daraus hervor, dass die Bahncard mit Kreditkartenfunktion von Mastercard ausgegeben wird. Mastercard wollte sich zum Thema nicht äußern und verwies auf die Commerzbank. Eine Handelsblatt-Anfrage bei Visa blieb zunächst unbeantwortet. Wo das Problem genau aufgetaucht ist, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%