Commerzbank: Kräftiges Wachstum durch Ratenkredite

Commerzbank: Kräftiges Wachstum durch Ratenkredite

, aktualisiert 19. April 2017, 15:19 Uhr
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Die Bank betreibt das Ratenkredit-Geschäft künftig alleine.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Kooperation zwischen der Commerzbank und der französischen Bank BNP Paribas beim Thema Ratenkredite steht vor dem Aus. Das deutsche Geldinstitut will hier in Zukunft auf eigene Rechnung wachsen.

FrankfurtDie Commerzbank will das Geschäft mit Ratenkrediten künftig auf eigene Rechnung betreiben und in dem Bereich kräftig wachsen. Die Commerz-Finanz-GmbH, in der die Commerzbank und die französische Großbank BNP Paribas das Geschäft bislang gemeinsam betreiben, wird im Sommer aufgespalten.

BNP, mit 50,1 Prozent bisher Mehrheitseigentümer, behält die Kooperationen mit dem Handel, die mit einem Kreditvolumen von rund drei Milliarden Euro etwa die Hälfte des Bestandes ausmachen, wie Commerzbank-Bereichsleiter Falko Schöning am Mittwoch sagte. Die Commerzbank selbst bietet Verbrauchern künftig Ratenkredite von 1.500 bis 80.000 Euro für Autos, Möbel, Urlaubsreisen oder Renovierungen über ihre 1000 Filialen und künftig auch online an.

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„Für uns war das lange Zeit ein Nischengeschäft, weshalb es in der Commerz-Finanz gut aufgehoben war“, sagte Schöning. „In der Niedrigzinsphase ist das aber zum Kerngeschäft geworden.“ Deshalb haben wir beschlossen, das renditeträchtige Geschäft in die eigenen Bücher zu nehmen. Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank rund 2,3 Milliarden Euro an Neugeschäft an die Commerz-Finanz-Tochter vermittelt. Bis zum Jahr 2020 will die Bank diese Zahl auf sechs Milliarden pro Jahr steigern.

Geld fließt nach Reuters-Informationen bei der Aufspaltung nicht. Für eine Übergangszeit hat die Commerzbank abgemacht, BNP bei den Kooperationspartnern im Handel keine Konkurrenz zu machen. Bereichsleiter Schöning sieht Wachstumspotentiale eher im Online-Bereich – auch wenn die Konkurrenz groß ist. „Wir können uns vorstellen, gegen Ende des Jahres auch ins Geschäft mit Ratenkrediten an der Ladenkasse und im E-Commerce einzusteigen“, sagte Schöning. „Das ist allerdings ein ziemlich bestelltes Feld.“ BNP Paribas will sich erst später zu ihren Plänen äußern.

Die Commerzbank hatte die Kooperation mit BNP Paribas von der übernommenen Dresdner Bank geerbt. Commerz-Finanz beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeiter und hat eigenen Angaben zufolge 1,8 Millionen Kunden. 2015 hatten deutsche Banken – vor allem Spezialfirmen wie eben die Commerz-Finanz – nach Angaben des Bankenfachverbands 155 Milliarden Euro an Ratenkrediten im Bestand.

Quelle:  Handelsblatt Online
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