Commerzbank mit guten Zahlen: Längst nicht am Ziel

Commerzbank mit guten Zahlen: Längst nicht am Ziel

, aktualisiert 09. Mai 2017, 10:53 Uhr
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Die zweitgrößte deutsche Privatbank hat ihre Quartalszahlen vorgelegt.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

Seit einem Jahr führt Martin Zielke die Commerzbank. Er hat der Bank ambitionierte Ziele verordnet – doch das Tagesgeschäft läuft nicht rund. Auch die Quartalszahlen sind kein Grund zur Euphorie. Ein Kommentar.

FrankfurtSeit dem 1. Mai 2016 lenkt Martin Zielke die Geschicke der Commerzbank. Doch der nicht mehr ganz so neue Vorstandschef kann den Lauf der Dinge zwar beeinflussen, aber nicht grundlegend ändern: Die niedrigen Zinsen setzen dem Institut weiter zu, das Geschäft läuft mehr schlecht als recht. Das zeigen auch die Zahlen für das erste Quartal 2017, die die Bank heute vorgelegt hat.

Zwar spricht Vorstandschef Zielke von einem „guten Start“. Und tatsächlich konnte die Commerzbank den Gewinn steigern: Unterm Strich standen rund 217 Millionen Euro und damit weit mehr als von Analysten erwartet. Doch dafür waren vor allem Einmaleffekte verantwortlich. Die so genannte Bad Bank, mit der die Commerzbank ihre faulen Kredite abbauen möchte, schlug sich besser als im Vergleichszeitraum. Der Grund: Ein eigentlich schon abgeschriebener Kredit bei der Staatsfinanzierung entwickelte sich besser als erwartet. Es kam also nicht ganz so schlimm, wie die Risikomanager der Bank befürchtet hatten.

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Zudem handelten die Kunden des Konzerns mehr mit Wertpapieren, was die Provisionserträge steigerte. Zum Dank sollte die Commerzbank-Führungsriege heute bei der Fahrstuhlfahrt in die 47. Etage die Marseilleise anstimmen: Vor allem wegen der turbulenten Wahlen in Frankreich, die schließlich Emmanuel Macron für sich entschied, schichteten Anleger ihr Portfolio um.

Das Tagesgeschäft lief dagegen mau. So ging das operative Ergebnis in der Firmenkundensparte sogar gar zurück. Außerdem müssen die Gelben wieder einmal mehr Geld für faule Schiffskredite zurücklegen. Nach Trendwende klingt das alles nicht. Das weiß auch der Commerzbank-Chef, der die Erwartungen dämpft: „Es wird noch Zeit brauchen, bis unser Wachstum die Belastungen aus dem negativen Zinsumfeld deutlich übertreffen wird“, sagt Zielke, der der Bank ein jahrelanges Umbauprogramm verordnet hat. Am Ziel ist die Commerzbank noch lange nicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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