Commerzbank-Umbau: Zielke spricht – „Unsere Profitabilität ist zu niedrig“

Commerzbank-Umbau: Zielke spricht – „Unsere Profitabilität ist zu niedrig“

, aktualisiert 30. September 2016, 11:53 Uhr
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„Der Stellenabbau ist mir sehr schwergefallen.“

Quelle:Handelsblatt Online

Mit ihrer neuen Strategie in eine bessere Zukunft: Bis 2020 will die Commerzbank zwei Millionen neue Kunden gewinnen und die Kosten um einen Milliardenbetrag drücken. Kurzfristig aber droht eine harte Zeit.

FrankfurtDie Umbaupläne der Commerzbank sickerten durch eine Datenpanne schon im Vorfeld durch. Am Freitag präsentiert das zweitgrößte Geldhaus Deutschlands seine Pläne auch offiziell der Öffentlichkeit.

Die Bank will die Kosten mit ihrem Umbau in den nächsten vier Jahren um einen Milliardenbetrag drücken. „Bis 2020 will die Bank durch Fokussierung, Abschaffung von Redundanzen, Vereinfachung von Infrastruktur sowie durch Digitalisierung Kosteneinsparungen von 1,1 Milliarden Euro erreichen“, erklärte die Commerzbank in Frankfurt. Zunächst kostet die Restrukturierung, bei der 9600 Stellen wegfallen, aber ebenfalls 1,1 Milliarden Euro. 700 Millionen Euro pro Jahr sollen in die Digitalisierung und die IT investiert werden.

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Außerdem verspricht sich das Institut von der Konzentration auf Privat- und Firmenkunden einen kräftigen Schub für ihr Geschäft. Bis zum Jahr 2020 will das Institut im deutschen Markt zwei Millionen zusätzliche Kunden gewinnen. Dabei setze man weiter auf ein dichtes Filialnetz.

Der Ertrag durch den Umbaus würde sich erst nach einer zweijährigen Durststrecke zeigen. „2017 und 2018 sind zwei Übergangsjahre, die durch niedrige Rentabilität gekennzeichnet sind“, sagte Finanzvorstand Stephan Engels. Auf der Kostenseite sind laut Engels erst 2019 spürbare Entlastungen zu erwarten

Vorstandschef Martin Zielke sagte, die Commerzbank habe auf die niedrigen Zinsen reagieren müssen. „Unsere Profitabilität ist zu niedrig. Und diese Situation wird sich, wenn wir nichts tun, weiter verschärfen.“ Das Geschäftsmodell sei zu komplex, die Strukturen seien nicht effizient genug und die Kosten damit zu hoch. „Unser Geschäftsmodell ist nur dann zukunftsfähig, wenn wir uns auf das besinnen, was wir besser können als der Markt. Bereiche, in denen wir nur 'mitspielen', sind nicht zukunftsfähig.“ Deshalb ziehe sich die Commerzbank aus Teilen des Investmentbanking zurück, sagte Zielke laut Redetext. „Wir werden uns von Geschäften, bei denen wir keinen Bezug zu unseren Kernkunden haben, trennen.“

Die Stellenstreichungen würden ihm „sehr schwerfallen“, erklärte der neue Konzernchef. Der Bank bleibe aber keine andere Wahl. „Wir verdienen einfach nicht genug Geld“, betonte Zielke. „Wir müssen dringend selbst etwas tun, um die Bank wieder deutlich profitabler und wettbewerbsfähiger zu machen.“

Die Commerzbank bestätigte zugleich den Weggang des bisherigen Chefs der Mittelstandsbank, Markus Beumer. Er habe sich entschlossen, die Bank zum 31. Oktober zu verlassen. Seine Sparte wird größtenteils mit der Investmentbank zusammengelegt und künftig von deren bisherigem Chef Michael Reuther geführt.

Die Bank hatte am Vortag mitgeteilt, sie wolle sich künftig auf zwei Geschäftsfelder konzentrieren: Privatkunden sowie Firmenkunden. Dazu werden die Segmente Mittelstandsbank und Investmentbanking gebündelt, das schwankungsanfällige Handelsgeschäft wird eingedampft. Zudem sollen kleinere Unternehmenskunden künftig vom Privatkundenbereich betreut werden. Auch die Tochter M-Bank im Polen wird künftig dieser Sparte zugeschlagen. Das Handelsblatt hatte bereits am Dienstag über die Umbaupläne berichtet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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