Commerzbank: Vorstand rechnet mit sinkenden Gewinnen

Commerzbank: Vorstand rechnet mit sinkenden Gewinnen

, aktualisiert 20. April 2016, 11:24 Uhr
Bild vergrößern

Am 1. Mai tritt Martin Zielke den Vorstandsvorsitz bei der Commerzbank an. Er stellt sich auf ein schwieriges Jahr ein.

Quelle:Handelsblatt Online

Auf der Hauptversammlung stimmt der scheidende Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, die Aktionäre auf ein schwieriges Jahr 2016 ein. Die Aktie des Geldhauses drehte prompt ins Minus.

FrankfurtDie Commerzbank macht sich im laufenden Jahr auf einen Gewinnrückgang gefasst. Nach einem schwächeren ersten Quartal werde es „deutlich ambitionierter, das Konzernergebnis von 2015 zu erreichen“, sagte der scheidende Vorstandschef Martin Blessing am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Noch im März hatte die Bank im Geschäftsbericht einen leichten Anstieg des Gewinns in Aussicht gestellt. 2015 hatte die Commerzbank unter dem Strich 1,06 Milliarden Euro verdient.

Auch die Commerzbank habe in den ersten drei Monaten unter den schwachen Kapitalmärkten gelitten, sagte Blessing. Sie habe einen „verhaltenen Jahresauftakt“ hinter sich. „Das Ergebnis der ersten drei Monate dürfte unter dem des letzten Quartals liegen.“ Von Oktober bis Dezember hatte die Commerzbank einen Nettogewinn von 187 Millionen Euro erzielt, im ersten Quartal 2015 waren es sogar noch 366 Millionen Euro. Die ersten drei Monaten sind vor allem für das Investmentbanking in der Regel die stärksten.

Anzeige

Erstmals seit der Finanzkrise will die Commerzbank aber für 2015 wieder eine Dividende zahlen. Wenn es nach dem Vorstand geht, sollen es 20 Cent je Aktie sein. Endgültig muss darüber aber noch die Hauptversammlung abstimmen. Bei 1,25 Milliarden ausgegebenen Aktien beläuft sich die Ausschüttungssumme auf etwa 250 Millionen Euro.

Noch nicht vollständig zufrieden zeigte sich Blessing auch mit dem Kapitalpolster der Bank. Mit einer harten Kernkapitalquote von zwölf Prozent liege die Commerzbank zwar inzwischen im europäischen Mittelfeld, sagte der scheidende Vorstandschef. „Dennoch ist dies kein Grund, sich auszuruhen. Die eigene Stärkung unseres Kapitals gehört weiterhin zu unseren Hauptaufgaben.“

Blessing hatte die Eigenkapitaldecke der Commerzbank mit einer Welle von Kapitalerhöhungen nach der Finanzkrise deutlich aufgestockt und die Staatshilfen damit zurückgezahlt. „Dass dies auch zulasten der Erträge ging, haben wir bewusst in Kauf genommen“, sagte Blessing.

Für ihn wird es die letzte Hauptversammlung als Commerzbank-Chef sein: Der Vorstandsvorsitzende tritt nach knapp sieben Jahren von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird ab dem 1. Mai Martin Zielke, der bislang als Vorstand für das Privatkundengeschäft verantwortlich ist.

An der Börse konnte die Commerzbank-Aktie ihre Auftaktgewinne nicht halten und drehte ins Minus. Am späten Vormittag notierten die Titel gut zwei Prozent niedriger als am Dienstag und waren damit die größten Verlierer im Dax.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%