Credit Suisse: Kritik an Manager-Boni wächst

Credit Suisse: Kritik an Manager-Boni wächst

, aktualisiert 11. April 2017, 21:35 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Das Vergütungssystem der Schweizer Großbank gerät weiter unter Druck. Der einflussreiche Aktionärsberater ISS stemmt sich gegen die Boni der Geschäftsleitung. Sie stehen auf der Generalversammlung am 28. April zur Abstimmung.

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Eine Credit-Suisse-Sprecherin erklärte, die Bank nehme die Empfehlungen zur Kenntnis.

ZürichDie Kritik an den Bonuszahlungen für die Topmanager der Credit Suisse nimmt zu. Der einflussreiche amerikanische Stimmrechtsberater ISS spricht sich gegen die variable Vergütung der Geschäftsleitung der zweitgrößten Schweizer Bank von insgesamt fast 80 Millionen Franken (75 Millionen Euro) aus. Auch den Lohn des Verwaltungsrats und den Vergütungsbericht insgesamt sollen die Aktionäre auf der Generalversammlung am 28. April ablehnen, wie dem Bericht von ISS am Dienstag zu entnehmen ist.

"Es bestehen Bedenken im Hinblick auf die Vergütung", erklärte ISS. "Trotz des zweiten Verlusts in Folge bleibt das Niveau der variablen Gehälter der Geschäftsleitung hoch." Das reflektiere den 5,3 Milliarden Dollar teuren Vergleich über unsaubere Geschäfte im US-Hypothekenmarkt nicht angemessen, monieren die Stimmrechtsberater. Auch gegen die vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Anhebung der maximalen Gehaltssumme für die Mitglieder des Gremiums auf 12,5 Millionen Franken stellt sich ISS. Die Vergütung des Verwaltungsrats gehöre bereits zu den höchsten der Schweizer Bluechip-Unternehmen, wie es hieß. Zudem würde die Summe künftig unter weniger Mitgliedern aufgeteilt.

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Vor ISS hatte bereits der US-Aktionärsberater Glass Lewis den Gehaltsvorschlägen der Credit Suisse eine Absage erteilt. Vor allem angelsächsische Fonds folgen den Empfehlungen von ISS und Glass Lewis für gewöhnlich. Auch die in der Schweizer Finanzwelt einflussreiche Ethos-Stiftung stellt sich gegen die Gehaltsforderungen und empfiehlt darüber hinaus, die Wiederwahl von Präsident Urs Rohner und seines Stellvertreters Richard Thornburgh abzulehnen.

Eine Credit-Suisse-Sprecherin erklärte, die Bank nehme die Empfehlungen zur Kenntnis. Das Institut wies im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Franken aus. Zudem ist die Credit Suisse in einen neuen, europaweiten Steuerskandal verwickelt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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