Credit Suisse: Schweizer Bank will sich vor eigenen Mitarbeitern schützen

Credit Suisse: Schweizer Bank will sich vor eigenen Mitarbeitern schützen

, aktualisiert 18. Mai 2016, 17:56 Uhr
Bild vergrößern

Die genauen Eckwerte des geplanten Schutzschirms gegen unvorhersehbare finanzielle Belastungen stehen noch nicht fest.

von Holger AlichQuelle:Handelsblatt Online

Computerausfall, Hackerattacke oder betrügerischer Aktienhändler: Für eine Bank kann dies zu einem teuren Desaster werden. Um die finanziellen Folgen abzufedern, hat die Credit Suisse eine besondere Idee.

ZürichEs gibt wohl kaum eine Branche, die so einfallsreich ist wie die Finanzbranche. Den erneuten Beweis dafür tritt nun die Schweizer Großbank Credit Suisse an. Sie will sich mit einer Art Katastrophenbond gegen das Risiko von Fehlverhalten von Mitarbeitern versichern. Die Anleihe soll bald an Investoren verkauft werden.

Katastrophenbonds gibt es bisher in der Versicherungswirtschaft. Dabei zeichnen Investoren eine Anleihe, deren Rückzahlung bei bestimmten Schadenereignissen, etwa bei einem Hurrikan in den USA, ausfällt, um den Schaden zu begleichen. Als Ausgleich für das Risiko zahlen die Versicherer ihren Anlegern einen erhöhten Zinssatz.

Anzeige

Angesichts der niedrigen Zinsen ist das Interesse an solchen Anlagen derzeit groß. Dies will sich laut Berichten von „Bloomberg“ und dem „Wall Street Journal“ die Schweizer Großbank Credit Suisse zunutze machen. Den Berichten zufolge plant sie die Auflage einer Anleihe, um sich gegen sogenannte operationelle Risiken abzusichern.

Darunter werden zum Beispiel Verluste durch unautorisierte Geschäfte eines Händlers verstanden oder Schäden durch eine Cyberattacke oder Verluste durch den Ausfall der eigenen Computersysteme. Credit Suisse gab auf Anfrage keinen Kommentar ab.

Laut Finanzkreisen seien viele Details, wie etwa die genauen Schwellenwerte, ab denen die Anleihen-Investoren für Schäden aufkommen, noch nicht fixiert. Überlegt würde, so heißt es, dass die Investoren erst bei zwei oder mehreren Schadenereignissen pro Jahr haften sollen, wenn das Schadenvolumen insgesamt die Schwelle von drei oder 3,5 Milliarden Dollar übersteige.


Drei Milliarden Dollar im Ernstfall

Der Bond soll dabei so ausgestaltet werden, dass ein erstes Schadenereignis in einem Jahr nur mit maximal drei Milliarden Dollar angerechnet wird. Tritt dann ein zweites Ereignis ein, etwa eine Cyber-Attacke oder ein Ausfall der IT-Systeme, so dass der Gesamtschaden den Schwellenwert übersteigt, verfällt die Anleihe. Zum Vergleich: 2011 verursachte der verurteilte Betrugshändler der UBS, Kweko Adoboli, der Bank einen Schaden von 2,3 Milliarden Dollar.

Den Berichten zufolge soll bei dem Konstrukt der Credit Suisse der Schweizer Versicherer Zurich die ersten 700 Millionen Dollar Schaden zahlen. Die zweite Tranche soll dann rund 600 Millionen Dollar umfassen und via eines Katastrophenbonds von Investoren wie Hedgefonds oder anderen Großinvestoren gezeichnet werden.

Als Preis für das eigegangene Risiko sei ein Zins im mittleren einstelligen Bereich die Rede. Die neuartige Anleihe soll eine Laufzeit von rund fünf Jahren haben, heißt es. Die genauen Eckwerte stehen aber noch nicht fest und sollen jetzt in Gesprächen mit potenziellen Investoren festgezurrt werden, heißt es.

Klar ist hingegen, was nicht durch den neuen Katastrophenbond gedeckt ist: Das sind Verluste aus Strafen, die die Behörden der Bank aufbrummen. Auch normale Handelsverluste im laufenden Geschäft sind nicht erfasst.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%