Cyber-Angriff in Athen: Anonymous legt Webseite der griechischen Zentralbank lahm

Cyber-Angriff in Athen: Anonymous legt Webseite der griechischen Zentralbank lahm

, aktualisiert 04. Mai 2016, 13:30 Uhr
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Anonymous-Hacker bringen Proteste gegen die Finanzwelt in den virtuellen Raum.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Hackergruppe Anonymous will einen Monat lang Banken weltweit angreifen. Erstes Opfer ist die griechische Zentralbank. Ihre Webseite wurde am Mittwoch stillgelegt.

Düsseldorf/AthenDie Hacker-Gruppe Anonymous droht mit Attacken auf die Internetseiten von Zentralbanken rund um die Welt. Die Angriffswelle solle 30 Tage dauern, kündigte die Organisation in einem Video auf der Onlineplattform YouTube an. Erstes Opfer: die griechische Zentralbank.

Der Angriff legte zeitweise die Webseite lahm, wie ein Notenbank-Mitarbeiter, der ungenannt bleiben wollte, am Mittwoch sagte. Er habe einige Minuten gedauert und sei erfolgreich von den Sicherheitssystemen der Bank abgewehrt worden. Das Anonymous-Netzwerk entstand 2003. Sein Markenzeichen ist eine Guy-Fawkes-Gesichtsmaske, ein stilisiertes Porträt des historischen Attentäters aus England.

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Für Anonymous ist der jüngste Hack Teil einer größeren Operation namens „Oplcarus”. Diese begann bereits im Januar 2016 und wurde im März dieses Jahres wieder aufgenommen. Die Hacker, welche die Operation leiten, unterstellen den Banken und anderen Finanzakteuren Korruption und wollen so gegen das vermeintlich ungerechte Sytstem „Wir wollen die Banken wissen lassen, dass solange sie sich nicht für ihre Verbrechen verantworten, wir jeden Tag eine von ihnen attackieren werden”, sagte ein Anonymous-Hacker der Webseite „Hackread”, die sich mit Themen rund um IT-Sicherheit beschäftigt.

Ein Liste mit weiteren Ländern, deren Banken in den kommenden Tagen Ziel ihrer Angriffe werden sollen, haben die Hacker auf Youtube veröffentlicht, darunter Finanzinstitute aus Großbritannien, USA, Brasilien und Bangladesch.

Für die Zentralbank Griechenlands ist der Angriff relativ glimpflich ausgegangen. Es handelte sich dabei um eine „Distributed Denial-Of-Service”-Attacke. Dabei wird der Server der Zentralbank durch eine Flut künstlich erzeugter Service-Anfragen lahmgelegt. Die griechischen Zentralbanker kostet der Angriff vor allem Nerven.

Dass Hacker-Angriffe Zentralbanken auch Millionenbeträge kosten kann, hat der Angriff auf die Zentralbank von Bangladesch gezeigt. Bei einem spektakulären Angriff er erbeuteten dort Cyber-Diebe Anfang Februar 81 Millionen Dollar. Ursprünglich hatten sie es auf eine Milliarde US-Dollar. Für ihre Angriffe nutzten die Hacker eine Sicherheitslücke des internationalen Zahlungsverkehrssystems Swift, eine Kooperative, an der 3000 Finanzinstitute weltweit beteiligt sind. Inzwischen hat Swift ein System-Update angeordnet. Anonymous sorgt unterdessen dafür, dass Cyber-Angriffe auch weiterhin im Fokus der Finanzbranche bleiben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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