Cyberkriminalität: Hacker waren im Zahlungssystem Swift unterwegs

Cyberkriminalität: Hacker waren im Zahlungssystem Swift unterwegs

, aktualisiert 26. April 2016, 16:16 Uhr
Bild vergrößern

Die Kriminellen haben sich Zugriff auf Rechner von Finanzinstituten verschafft, die regulär mit dem Zahlungssystem verbunden waren.

Quelle:Handelsblatt Online

Hacker haben nicht nur die Zentralbank von Bangladesch angegriffen und 81 Millionen Dollar erbeutet. Laut dem Zahlungsverkehrs-Verbund Swift verschafften sich die Hacker Zugriff auf die Systeme weiterer Finanzinstitute.

BostonDer spektakuläre Hackerangriff auf die Zentralbank von Bangladesch vom Februar war kein Einzelfall. Der internationale Zahlungsverkehrs-Verbund Swift erklärte am Montagabend, es habe mehrere Vorfälle gegeben, bei denen betrügerische Nachrichten über das Netzwerk gesendet wurden. Ob dabei ein tatsächlicher Schaden entstand, blieb zunächst offen.

Anfang Februar hatten Cyber-Diebe 81 Millionen Dollar von der Zentralbank in Bangladesch erbeutet. Abgesehen hatten sie es auf rund eine Milliarde Dollar. Dass sie damit nicht erfolgreich waren, lag an einem Tippfehler in einer Überweisung, der eine Bank misstrauisch werden ließ.

Anzeige

Experten zufolge haben Hacker inzwischen verstärkt große Ziele im Visier, weil dort im Verhältnis zum Aufwand eine wesentlich höhere Beute winkt als bei Cyber-Angriffen auf Privatleute oder kleinere Firmen.

Dem Netzwerk Swift (Society of Worldwide Interbank Financial Telecommunication) zufolge waren die Hacker-Angriffe schwer erkennbar. Die Kriminellen hätten sich Zugriff auf Rechner von Finanzinstituten verschafft, die regulär mit dem Zahlungssystem verbunden waren, hieß es in einer Swift-Nachricht an Kunden, über die Reuters zunächst berichtet hatte und die Swift später bestätigte. Die Angreifer hätten dadurch im System die Identität befugter Nutzer annehmen und in deren Namen tätig werden können.

Swift gab am Montagabend ein Software-Update heraus, das sich gegen ein Schadprogramm richtet, das bei dem Angriff auf Bangladeschs Notenbank benutzt wurde.

Das Schadprogramm mit Namen „evtdiag.exe“ diente den Angaben zufolge dazu, Spuren zu verwischen, indem Informationen über die betrügerischen Überweisungen verfälscht oder gelöscht wurden. Ziel war, den Raub zu verschleiern, bis die Täter gestohlenes Geld in Sicherheit gebracht haben.

Swift ist ein Dreh- und Angelpunkt des internationalen Finanzsystems. Die internationale Kooperative von 3000 Instituten sitzt in Brüssel. Sie soll dafür sorgen, dass Zahlungsvorgänge sicher und reibungslos über die Bühne gehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%