Davos 2016: Deutsche-Bank-Chef outet sich als Bargeld-Skeptiker

Davos 2016: Deutsche-Bank-Chef outet sich als Bargeld-Skeptiker

, aktualisiert 20. Januar 2016, 20:26 Uhr
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Der Deutsche-Bank-Chef ist der Meinung, dass es in zehn Jahren wahrscheinlich kein Bargeld mehr geben wird.

von Daniel Schäfer Quelle:Handelsblatt Online

Auf einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte brachte John Cryan in Davos eine radikale These vor: Bargeld sei ineffizient und werde in zehn Jahren wahrscheinlich nicht mehr existieren. Das Publikum blieb skeptisch.

DavosEs war der wohl begehrteste Auftritt am ersten Tag des Weltwirtschaftsforums - die Debatte über den Wandel der Finanzwelt mit John Cryan, dem Co-Chef der Deutschen Bank.

Und ein müde und blass erscheinender Cryan enttäuschte den vollgepfropften Saal bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte nicht. In gewohnt kontroverser Manier präsentierte er eine radikale These: „In zehn Jahren wird Bargeld wahrscheinlich nicht mehr existieren,“ sagte der seit vergangenen Sommer amtierende und stets ernst wirkende Bankmanager. „Es ist einfach schrecklich ineffizient.“

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Eine gewagte These, die vom Großteil des Publikums nicht geteilt wurde – zumal Dan Schulman, Chef von Paypal, darauf hinwies, dass immer noch 85 Prozent aller Zahlungen weltweit in Cash abgewickelt werden.

Die Debatte um die mögliche Abschaffung von Bargeld hat zuletzt an Fahrt auf genommen, weil digitale Technologien wie sogenannte Cryptocurrencies – virtuelle Währungen – und das zunehmende bezahlen mit Karten und online immer mehr zunehmen. Auch einige Ökonomen und Notenbanker haben darüber debattiert, weil so die Zinsen auch ins Negative gebracht werden könnten, ohne dass die Bevölkerung in Bargeld flüchten könnte.

Cryan, der in Davos vor allem Kunden trifft und sich selbst dort kaum der Öffentlichkeit zeigt, sagte außerdem, die Bank habe aus regulatorischen Gründen die Aufnahme neuer Kunden in 109 Ländern gestoppt. Die Commerzbank hatte kürzlich ähnliche Schritte in Angriff genommen, weil die Aufsichtsbehörden bei Geldwäschefällen oder Sanktionsverstößen keine Gnade mehr mit den Banken kennen.

Quellle:  Handelsblatt Online
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