Dax-Ausblick: Anleger brauchen den Adlerblick

Dax-Ausblick: Anleger brauchen den Adlerblick

, aktualisiert 02. April 2016, 17:00 Uhr
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Die nächsten Wochen könnten turbulent werden, befürchten einige Experten.

Quelle:Handelsblatt Online

Das vergangenen Quartal brachte an den Börsen Verluste, und das neue startete ebenfalls wenig erfreulich. Anleger haken die Vergangenheit ab uns schauen nach vorne. Denn die neue Woche könnte einige Überraschungen bieten.

An der Börse ist alles eine Frage der Perspektive. Da gibt es etwa den längerfristigen Blick zurück. In der vergangenen Woche beendete der Dax das Quartal mit einem Minus von gut sieben Prozent. Auf dem ersten Blick wirkt das ziemlich schlecht. Auf dem zweiten Blick wiederum etwas besser, weil die Verluste bis Mitte Februar weitaus horrender ausfielen und der Leitindex seitdem mehr als tausend Punkte aufholen konnte. „Offenbar waren die Märkte zwischenzeitlich wirklich einem übertrieben großen Pessimismus verfallen“, sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege bei der Deutschen Dank.

Es gibt aber auch den kurzfristigen Blick. Am Freitag verlor der Dax in der Spitze mehr als zwei Prozent. Schwache Konjunkturdaten aus Japan - die Stimmung in der japanischen Industrie fiel auf den schlechtesten Stand seit fast drei Jahren und der Nikkei verlor rund 3,6 Prozent - trieben die Investoren auch aus dem deutschen Aktienmarkt.

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Erfahrene Anleger wissen aber: Weder kurz- noch längerfristige Historienbetrachtungen bringen den Erfolg. Es geht immer um die Zukunft. „Wir müssen uns ständig neu beweisen“, erklärt etwa ein langjähriger, prominenter Fondsmanager, der nicht mit Namen genannt werden möchte und ergänzt: „Dabei fürchten wir uns wie die Gallier jeden Tag davor, dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt“.

Der Blick nach vorn zeigt: Auch in der neuen Woche stehen den Anlegern wieder haarsträubende Abenteuer bevor. In der neruen Woche stehen einige Konjunkturdaten an. „Die fundamentalen Daten der Wirtschaft weltweit zeigen tendenziell nach unten und dieser Trend wird auch in den kommenden Wochen voraussichtlich anhalten“, sagt Christian Jasperneite, Marktstratege bei MM Warburg.

Vor allem die gesenkten Gewinnschätzungen der Analysten für die Unternehmen dürften Experten für trübe Stimmung sorgen. Für Jasperneite könnte sich der Dax deshalb in der neuen Woche weiter von der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten entfernen und bis zu 300 Punkte verlieren. In der verkürzten Handelswoche nach Ostern hat der Dax bis Freitagmittag bereits mehr als zwei Prozent eingebüßt.


Wichtige Konjunkturdaten

Die Experten der LBBW heben hervor, dass die Firmenbilanzen für 2015 zwar in Summe die Erwartungen getroffen hätten. Allerdings seien die Ausblicke der deutschen Unternehmen meist nebulös geblieben. Das sei der Grund, warum die Analysten ihre Gewinnschätzungen gesenkt hätten - in den ersten drei Monaten nahmen sie ihre Erwartungen für die Dax-Unternehmen für 2016 den Berechnungen der LBBW zufolge um rund 2,6 Prozent nach unten.

Die bevorstehende Berichtssaison zum ersten Quartal 2016 dürfte keine Euphorie auslösen, kommentierten die Strategen von Allianz Global Investors. „Sie dürfte aber im Rahmen der nach unten korrigierten Erwartungen verlaufen.“

Auf der Konjunkturseite richtet sich weiter das Interesse auf Aussagen der US-Notenbank zur Zinspolitik. Fed-Chefin Janet Yellen hatte zuletzt die von einigen ihrer Kollegen ausgelösten Spekulationen auf eine Zinserhöhung im April gedämpft. Viele Experten gehen aktuell davon aus, dass die Währungshüter bis Jahresende lediglich zwei kleine Schritte beschließen werden. Die US-Notenbank hält seit der Zinswende im Dezember ihren Schlüsselsatz in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Je besser sich die US-Konjunktur entwickelt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Fed 2016 mehrmals den Zins anhebt. Investoren erwarten deswegen die US-Wirtschaftsdaten mit besonderer Spannung. Unter anderem stehen die Handelsbilanz für Februar und der ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen (beide am Dienstag) auf den Terminkalendern. Zudem veröffentlichen sowohl die Fed (am Mittwoch) als auch die EZB (am Donnerstag) die Mitschriften der März-Sitzungen.

Von den Fed-Vertretern sprechen unter anderem der im Offenmarktausschuss stimmberechtigte Eric Rosengren, Präsident der Fed von Boston (Montag), und Loretta Mester, Präsidentin der Fed von Cleveland (Mittwoch). Mit dem Caixin-Einkaufsmanagerindex für China am Mittwoch könnte zudem die Lage im Reich der Mitte wieder in den Fokus rücken.

Auf der Unternehmensseite herrscht noch nachösterliche Ruhe. Bei der Hauptversammlung von Daimler am Mittwoch dürften die Aktionäre angesichts der Auszahlung einer Rekorddividende eigentlich keinen Grund zur Klage haben.

Fusionsfantasien könnten die europäische Stahlbranche weiter beflügeln. Spekulationen um eine Kooperation im Stahlgeschäft von ThyssenKrupp und der indischen Tata Steel hatten die Kurse in dem Sektor zuletzt angeheizt.

Mit Material von Reuters.

Quelle:  Handelsblatt Online
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