Dax-Ausblick: Die Hoffnung kehrt zurück

Dax-Ausblick: Die Hoffnung kehrt zurück

, aktualisiert 28. Februar 2016, 10:30 Uhr
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Anleger hoffen auf eine positive Börsenwoche.

von Jens HagenQuelle:Handelsblatt Online

Anleger fassen neuen Mut: Der Dax konnte zuletzt einen Teil der schweren Verlusten aus dem Januar wieder aufholen. Der Optimismus wächst, auch wenn weiter mit Turbulenzen zu rechnen ist.

DüsseldorfEs gibt wieder Optimisten. Bereits Ende des dritten Quartals soll der Dax wieder bei 10.000 Punkten stehen, erklären die Analysten der DZ Bank in ihrem aktuellen Research-Bericht. Ende 2016 liegt die Prognose sogar bei 10.300 Punkten. „Die Stimmung ist derzeit von extremem Pessimismus geprägt, was üblicherweise ein Zeichen für eine bevorstehende Wende ist“, erklären die Geldexperten.

Nun bedürfe es eines Katalysators, um die negative Stimmung in eine neue Kauflaune wandelt. „Dieser könnte in einer Stabilisierung der volkswirtschaftlichen Indikatoren oder des Rohölpreises bestehen“, erklären die Analysten. Auch Dividenden könnten locken. Mit mehr als 38 Milliarden Euro zahlen die Deutschen Unternehmen so viel wie nie zuvor. Die Dividendenrendite im Dax liegt mit 3,8 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

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Einen kleinen Vorgeschmack auf bessere Zeiten gab es bereits. Der Dax ging trotz eines zeitweiligen Durchhängers mit einem Plus von gut ein Prozent aus der Woche. Zuvor hatte die Furcht der Investoren vor einer Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft USA und einer abrupten Konjunkturabkühlung in China den Börsen weltweit zugesetzt.

Der dritte Belastungsfaktor - ein fallender Ölpreis - rücke dagegen etwas in den Hintergrund, betonen Börsianer. Dieser werde aber sicher weiter zurückgehen, da Iran nach dem Ende der westlichen Sanktionen als Exporteur auf den Weltmarkt zurückkehrt und damit ein Ende der weltweiten Ölschwemme nicht in Sicht ist.

In der Hoffnung auf robuste US-Konjunkturdaten blicken Börsianer jetzt verhalten optimistisch in die neue Handelswoche. „Der übertriebene Pessimismus beginnt zu schwinden“, betont Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. „Die Zahlen werden diese Sicht sicher stützen.“
Besonderes Augenmerk richten Investoren auf die Stimmung der Einkaufsmanager aus der schwächelnden US-Industrie. „Ein Befreiungsschlag wird dem Einkaufsmanagerindex (ISM) wohl auch im Februar nicht gelungen sein“, warnen die Experten der Bank HSBC Trinkaus.


Warten auf die EZB

Der NordLB-Experte hofft allerdings darauf, dass zumindest einzelne Komponenten des Barometers wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten erreichen. Signale eines anhaltenden US-Aufschwungs erwartet er auch von den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.

In Europa richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Bekanntgabe der Einzelhandelsumsätze am Freitag sowie die Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus Industrie und Dienstleistungssektor (Dienstag und Donnerstag).
Angesichts der schwächelnden Nachfrage aus dem wichtigen Absatzmarkt China und wegen der jüngsten Börsenturbulenzen sagen Analysten einen Rückgang voraus. Da zudem die Inflation (Montag) unverändert niedrig sei, werde eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) immer wahrscheinlicher. Die nahende Ausweitung der EZB-Wertpapierkäufe werde die Renditen für Bundesanleihen in auf neue Rekordtiefs drücken.

Am Devisenmarkt steht wegen der Diskussion um einen Verbleib Großbritanniens in der EU das Pfund Sterling weiter im Rampenlicht. „Ein 'Brexit' würde die britische Wirtschaft spürbar belasten“, warnt Helaba-Analyst Christian Apelt. „Da das Land aufgrund seines merklichen Leistungsbilanzdefizits zudem auf ausländisches Kapital angewiesen ist, dürfte das Pfund dann noch weiter unter Druck geraten.“ Er halte allerdings den Verbleib der Briten in der EU für das wahrscheinlichere Szenario.

Der Ausgang der Vorwahlen in mehreren US-Bundesstaaten am „Super Tuesday“ könnte Verkäufe beim Dollar auslösen, betont Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. „Setzen sich hier die radikalen Präsidentschaftskandidaten durch, würde dies Zweifel an einer zukünftig funktionsfähigen US-Regierung wecken.“

Bei den Unternehmen wollen in der neuen Woche unter anderem der Autozulieferer Continental und der Online-Händler Zalando Zahlen vorlegen. Am Freitag öffnet der Londoner Börsenbetreiber LSE, der mit der Deutschen Börse fusionieren will, seine Bücher. Einen Tag zuvor tagt der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse über die Zusammensetzung von Dax, MDax, TecDax und SDax.. Experten zufolge wird er den Abstieg des Düngemittel-Herstellers K+S aus dem Dax verkünden. Als heißer Anwärter für einen Dax-Aufstieg gilt ProSiebenSat.1. Die Veränderung wird zum 21. März wirksam.

Quelle:  Handelsblatt Online
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