Dax-Ausblick: Hält der Dax dem China-Virus stand?

Dax-Ausblick: Hält der Dax dem China-Virus stand?

, aktualisiert 09. Januar 2016, 12:47 Uhr
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Die China-Krise könnte sich für den Leitindex als ansteckend erweisen.

von Georgios KokologiannisQuelle:Handelsblatt Online

An den Aktienmärkten dürfte die Schwankungen kurzfristig hoch bleiben. Nervenstarken Langfrist-Anlegern bietet das inzwischen erreichte Kursniveau aber Einstiegschancen.

FrankfurtKeine andere Frage dürfte Anleger hierzulande derzeit stärker beschäftigen: Hat der deutsche Aktienmarkt nach den unerwartet heftigen Verlusten zum Januarauftakt das Schlimmste bereits hinter sich – oder drohen nun erst recht weitere Kurseinbrüche? Bis auf 9.810 Punkte war der Dax vergangenen Donnerstag abgestürzt und hatte damit vorübergehend das gesamte Vorjahresplus von 8,7 Prozent ausgelöscht, bevor sich der Leitindex etwas stabilisieren konnte.
Für die kommenden Handelstage geben Experten noch keine Entwarnung: „Angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft müssen sich die Investoren kurzfristig auch weiterhin auf starke Kursausschläge einstellen, meint Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Am Freitag hatte das Börsenbarometer zwar zeitweise wieder fünfstellig notiert, riss im Handelsverlauf aber erneut die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und schloss nach einer Berg- und Talfahrt bei 9.849 Punkten.

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Hintergrund: Auslöser für den weltweiten Fehlstart in das neue Börsenjahr sind vor allem zunehmende Konjunkturprobleme und ein Aktiencrash im Reich der Mitte.

Auch technische Analysten raten derzeit zur Zurückhaltung: Der deutsche Aktienmarkt sei zwar "nach den jüngsten Verlusten reif für eine Gegenbewegung zurück nach oben", erwarten beispielsweise die Experten des Börsenstatistik-Magazins Indexradar. Doch Anleger sollten sich davon nicht täuschen lassen: Die Tendenz bleibe bis auf Weiteres eindeutig nach Süden ausgerichtet.

Auf Stützungsmaßnahmen seitens der Geldpolitik hoffen Anleger bisher vergeblich: „Schützenhilfe von der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Dax ist erst dann zu erwarten, wenn ernsthafte Ansteckungsgefahren aus China erkennbar werden“, sagt Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Handelsplattform-Betreibers CMC Markets. Doch dies sei derzeit nicht der Fall. „Die Märkte reagieren mit Unsicherheit, teilweise mit Angst, aber ohne Panik“, so der Fachmann. Die Korrektur in dieser Woche könne damit als Teil der Anpassungsprozesse nach der ersten Leitzinsanhebung der US-Notenbank seit neun Jahren betrachtet werden.

Langfristig zuversichtlich für den heimischen Aktienmarkt zeigen sich die Anlagestrategen der DZ-Bank: „Mit dem aktuellen Kursrutsch des Dax auf gut 9 .800 Punkte hat sich der deutsche Leitindex der unteren Kursmarke unserer für dieses Jahr definierten Schwankungsbreite von 9 .400 bis 12.000 Punkten deutlich angenähert.“ Käufe erschienen daher inzwischen aussichtsreich, schreiben die Fachleute in einer aktuellen Kapitalmarktanalyse.


Auf der Anleger-Agenda: die US-Berichtssaison

Neue Hinweise auf den Zustand der chinesischen Wirtschaft liefern in der Nacht zum Sonntag die dortigen Erzeuger- und Verbraucherpreise und danach Mitte kommender Woche die Außenhandelsdaten.

Taktgebend sein für Dax & Co. werden in den kommenden Tagen aber nicht nur neue Informationen zum Ausmaß der Probleme in China, sondern auch Konjunkturkennzahlen aus Europa: Zu den wichtigsten zählen Daten zur Industrieproduktion im Euroraum, die am Mittwoch veröffentlicht werden. In den USA stehen am Freitag die Einzelhandelsumsätze für Dezember im Fokus. Dazu ein Index, der Verbrauchervertrauen misst. Beides richtungsweisende Indikatoren für die weltweit größte Volkswirtschaft, deren Bruttoinlandsprodukt (BIP)zu mehr als zwei Dritteln auf Konsumausgaben basiert.

Wegen der unter dem Strich abnehmenden geldpolitischen Unterstützung werden Anleger nach Auffassung von Experten künftig wieder stärker Konjunkturdaten und Gewinnpotenziale der Unternehmen unter die Lupe nehmen.

Unternehmensseitig könnten aus den USA schon zum Wochenauftakt wichtige Impulse für die Aktienbörsen kommen: Dort startet die Berichtssaison mit den Quartalszahlen des Aluminiumriesen Alcoa. In Deutschland stellen sich Analysten auf vorgezogene Bilanzzahlen von SAP ein.
Mit dem Auftakt der Automesse in Detroit könnten ab Montag auch die deutschen Fahrzeugproduzen zusätzliches Anlegerinteresse auf sich lenken. Vor allem VW dürfte wegen des Abgasskandals im Rampenlicht stehen. Zuletzt standen Autoaktien besonders stark unter Verkaufsdruck, da der chinesische Absatzmarkt von großer Bedeutung für die exportstarken deutschen Hersteller ist.

Quellle:  Handelsblatt Online
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