Dax-Ausblick: Störfeuer für die Märkte

Dax-Ausblick: Störfeuer für die Märkte

, aktualisiert 27. März 2016, 14:19 Uhr
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Die Händler schauen skeptisch auf die kommende Woche.

von Anke RezmerQuelle:Handelsblatt Online

Nachdem der Dax in der vergangenen Woche kurz die 10.000er Marke erklommen hatte, werden die Anlagestrategen wieder vorsichtig. Analysten stellen den aktuellen Optimismus vieler Unternehmen in Frage.

FrankfurtGeht dem Dax nach einem positiven Monat schon die Puste aus? Zumindest scheinen sich Strategen zunächst schwerer zu tun mit Argumenten für weitere Kurssteigerungen führender Aktienindizes. Auch wenn die Terroranschläge in Brüssel am vergangenen Dienstag die Börsen nur kurz erschüttert haben. Angesichts der „anhaltend hohen Zahl globaler Krisenherde“ sowie „wirtschaftlicher Störfeuer“ halten die Analysten der DZ Bank die Ergebnisprognosen europäischer Unternehmen für 2017 für zu Optimistisch. Im aktuellen konjunkturellen Umfeld dürfte diese daher nach unten korrigiert werden, was eher auf die Stimmung von Aktien drücken dürfte.

Auch die Analysten der Helaba können sich vorstellen, dass die Aktienmärkte nach den deutlichen Anstiegen seit Mitte Februar  „eine gewisse Atempause einlegen“. Mittelfristig sehen aber die Strategen beider Häuser weiteres Kurspotenzial für Dividendentitel.

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Auch die Signale aus den USA trübten zuletzt die Stimmung dies- wie jenseits des Atlantiks. US-Unternehmen hatten im Februar deutlich weniger Aufträge für langlebige Güter erhalten als im Vormonat. Der Rücksetzer folgt auf einen deutlichen Anstieg im Januar. Zugleich verwirrten Äußerungen des US-Notenbankers James Bullard, wonach die nächste Zinserhöhung in den USA womöglich nicht weit weg sei. Mitte März hatte sich die US-Notenbankchefin Janet Yellen dagegen sehr vorsichtig geäußert und die Anleger damit beruhigt.

Anleger sowohl in Europa wie auch in den USA hielten sich daher Ende der verkürzten Handelswoche zurück. In Europa gaben die führenden Aktienindizes nach: Der deutsche Standardaktienindex Dax verlor am Gründonnerstag 1,7 Prozent auf 9851 Punkte. Das Börsenbarometer beendete die Woche damit leicht im Minus. Auch sein  Eurozonen-Pendant, der Euro Stoxx 50, sackte um 18, Prozent ab auf 2986 Zähler.  

Die wichtigsten Aktienindizes der Wall Street bewegten sich dagegen unterm Strich kaum. Der Standardaktienindex Dow Jones legte minimal zu auf 17.515 Punkte. Der breitere Index S&P 500 gab dagegen leicht ab auf 2035 Zähler.

Einzelne Unternehmen sorgten für Aufmerksamkeit. Unter den Favoriten im S&P 500 zogen die Papiere von Staples um rund 7 Prozent an. Ein Bundesrichter hatte die Art und Weise kritisiert, mit der die zuständige Kartellbehörde die Fusion des Bürobedarf-Spezialisten mit dessen Wettbewerber Office Depot verhindern will. Dessen Anteilsscheine kletterten um fast 9 Prozent nach oben. Spitzenreiter im S&P 500 waren die Aktien von PVH, die um 7,60 Prozent in die Höhe schnellten. Der Textilkonzern, zu dem die Marken Calvin Klein und Tommy Hilfiger gehören, hatte mit seinem Quartalsgewinn positiv überrascht.

Mit Unternehmensnachrichten stand Yahoo im Fokus. Die New Yorker Finanzfirma Starboard verschärfte die Konfrontation mit der Führung des Internet-Konzerns. Starboard forderte in einem offenen Brief die komplette Neubesetzung des Verwaltungsrates. Dem aktuellen Gremium mangele es unter anderem an Führung und Durchblick, kritisierte Starboard. Die Yahoo-Aktie legte dennoch leicht zu.

In Europa beschäftigten Anleger schlechte Nachrichten aus der Modebranche: Die britische Next warnte, das Geschäftsjahr 2016/17 könne wegen trüber Konjunkturaussichten das härteste seit 2008 werden. Next brachen um fünfzehn Prozent ein. Auch die Insolvenz der Modefirma Steilmann sorgte für lange Gesichter: Die Aktien der in keinem großen Index gelisteten Firma, die erst seit Herbst an der Börse sind, stürzten auf 31 Cent von 2,37 Euro am Mittwochabend ab - ein Wertverlust von 87 Prozent. Seinerzeit waren die Papiere noch zu 3,50 Euro platziert worden. Die Aktien von Steilmann-Großaktionär Adler brachen um 5,2 Prozent auf 8,53 Euro ein. In Sippenhaft genommen wurden die im SDax notierten Titel von Gerry Weber, die vier Prozent verloren.

Ein Happy End gab es hingegen bei der Übernahme des Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf durch den US-Konkurrenten Diebold. Am Ende der Annahmefrist erreichten die Amerikaner die erforderliche Annahmequote für ihr Angebot. Das katapultierte Wincor-Aktien aus dem Nebenwerteindex MDax  um knapp zwanzig Prozent nach oben auf 52,67 Euro. Diebold-Aktien gewannen mehr als acht Prozent.


Konjunkturdaten bestimmen die kommende Woche

Am Karfreitag waren die meisten Börsen geschlossen. An einige Börsen in Asien wurde gehandelt. Dort war die Stimmung recht gut.  Der japanische Aktienmarkt profitierte vom schwächeren Yen. Für positive Stimmung sorgte auch die Stagnation der Verbraucherpreise im Februar. Wegen niedriger Energiekosten und verhaltenem Konsum gab es keine Teuerung. Anleger hofften daher auf weitere Konjunkturanreize der Zentralbank. „Mit einer Inflation bei Null erwarten die Leute von der Zentralbank, dass sie die Liquidität in Gang bringt“, sagte Gavin Parry von Parry International Trading.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging mit einem Plus von 0,65 Prozent bei 17.002 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht legte der Nikkei 1,7 Prozent zu. In China kletterte der CSI300 um 0,5 Prozent. Neue Auflagen für den Immobilienmarkt in den beiden chinesischen Metropolen Shanghai und Shenzhen schreckten Anleger nicht ab.

In der kommenden Woche stehen vor allem Daten zur Konjunktur an. Zunächst sind am Montag die europäischen Börsen wegen Ostern geschlossen.  In den USA und in Asien wird dagegen gehandelt mit Ausnahme von Hongkong.

Für die Eurozone wird neben dem Verbrauchervertrauen und den Arbeitsmarktdaten vor allem die Inflation für März veröffentlicht. Nach Ansicht von Analysten sollte die jüngste Erholung der Energiepreise zumindest teilweise widerspiegeln und damit das negative Vorzeichen bei der Teuerung verschwinden. Deshalb bräuchte sich die Europäische Zentralbank eigentlich keine neuen geldpolitischen Instrumente einfallen zu lassen, meinen die Analysten der Helaba. In den USA stehen neben dem Verbrauchervertrauen Anfang April die Arbeitsmarkdaten und der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Blick.

Die Stimmung der Unternehmen dürfte sich wieder aufhellen, erwarten Strategen. Auch den US-Arbeitsmarkt sehen sie ähnlich robust wie in den vergangenen Monaten. Das könnte die US-Notenbank dann doch dazu bewegen, ihre Zinserhöhungen fortzusetzen. Die Rede der Notenbankchefin  Yellen vor dem Economic Club of New York am Dienstag dürfte daher für Spannung sorgen.

Von Firmen gibt es nach Ostern relativ wenig Neues: Einige Firmen stellen Zahlen vor, darunter AstriaOffice Reit, Baywa, Elring Klinger, HHLA, Knorr-Bremse, Leifheit, SMA Solar Technology, QSC.  Andritz und Beiersdorf laden zur Hauptversammlung.  

Mit Material von Reuters.        

Quelle:  Handelsblatt Online
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