Dax, MDax und TecDax: Von welchen Erfolgsstorys Sie profitieren können

Dax, MDax und TecDax: Von welchen Erfolgsstorys Sie profitieren können

, aktualisiert 03. Januar 2016, 18:17 Uhr
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Der Dax-Konzern Bayer ist mit 96 Milliarden Euro das wertvollste Unternehmen Deutschlands.

von Ulf SommerQuelle:Handelsblatt Online

2015 kletterte der Dax auf Rekordniveau. Auch der MDax und TecDax legten Spitzenwerte hin. Welche Unternehmen zu den Gewinnern und den Verlierern der Börse gehören – und was Anleger 2016 beachten sollten.

DüsseldorfDeutschlands Börsenliga Nummer eins, der Dax, stieg am 10. April 2015 bis auf 12.374,73 Punkte. Nie stand der Dax höher. Damit kosteten Deutschlands 30 größten börsennotierten Unternehmen 1,33 Billionen Euro. Nie waren sie so wertvoll.

Derzeit sind es immerhin noch 1,16 Billionen Euro. Am teuersten ist Bayer mit 96 Milliarden Euro. Am billigsten der Düngemittelhersteller K+S mit 4,4 Milliarden Euro. Insgesamt legte der Dax in diesem Jahr gut zehn Prozent zu – und stieg damit das vierte Jahr in Folge.

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Zehn Prozent – das ist deutlich mehr, als sich mit anderen Anlagen erzielen lässt. Deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren bringen gerade einmal 0,56 Prozent Zinsen pro Jahr. Wer auf das Sparbuch oder den Geldmarkt setzt, muss sich mit noch geringeren Renditen zufrieden geben.

Aber es geht noch besser als mit dem Dax. Die Technologiewerte im TecDax schafften knapp über 30 Prozent im abgelaufenen Jahr. Der MDax, Deutschlands zweite Börsenliga, in dem 50 mittelgroße Unternehmen notieren, stieg in diesem Jahr um gut 23 Prozent – also mehr als doppelt so viel wie der Dax.

Überhaupt ist der MDax auch langfristig erfolgreicher: Auf Sicht von fünf Jahren erreichte der Dax 50 Prozent, der MDax aber 100 Prozent. Seit 1988, als der Dax mit 1000 Punkten startete, schaffte er knapp 1000 Prozent, der MDax aber 2000 Prozent.

Ein Grund für die bessere Performance der zweiten Reihe: Unternehmen, deren Aktien jahrelang besonders gut laufen, steigen auf Grund der immer höheren Marktkapitalisierung irgendwann in den Dax auf. So geschehen mit erfolgreichen Konzernen wie Continental. Doch einen Großteil der guten Performance haben die Unternehmen dann meistens bereits im MDax hingelegt. Wobei, der erwähnte Autozulieferer setzt auch im Dax seine Erfolgsstory bislang nahtlos fort: 27 Prozent Kursplus in einem Jahr und knapp 200 Prozent seit dem Dax-Aufstieg am 24. September 2012.

Im Dax hingegen finden sich etliche Konzerne, die allein aufgrund ihrer Größe nur schwer absteigen können – auch wenn ihre Performance zu wünschen übrig lässt. Das lähmt den Dax. Beispiele dafür sind die beiden Versorger RWE und Eon oder die Finanzinstitute Deutsche Bank und Commerzbank.

Bei den Einzelwerten sind die Ausschläge naturgemäß größer als bei den Börsenindizes. Beste Aktie im Dax war im abgelaufenen Jahr Adidas mit einem Kursplus von über 55 Prozent. Der Sportartikelhersteller überraschte die Finanzmärkte gleich mehrfach mit starken Geschäftszahlen. Adidas erwirtschaftet über 90 Prozent seiner Umsätze im Ausland und profitiert außerordentlich von den Vorteilen der Globalisierung. Die Herzogenauracher lassen die meisten Turnschuhe in Fernost fertigen – und verkaufen sie für viel Geld in alle Welt.


Was ist das erfolgreichste Unternehmen der Welt?

Mit einem Verlust von gut 55 Prozent war RWE die schlechteste Aktie im Dax. Der Versorger leidet, ebenso wie Eon mit einem Kursminus von knapp 40 Prozent, unter dem abrupten „Nein“ der Bundesregierung zur Kernenergie. Hinzu kommen aber auch Managementfehler: In den einst ertragreichen Zeiten, als Kernkraftwerke wie Gelddruckmaschinen billigst Strom erzeugten, wurden RWE und Eon satt und schwerfällig.

Beide verpassten es, rechtzeitig in Energieträger mit Zukunft zu investieren. Zu lange hielten Konzernlenker wie beispielsweise Jürgen Großmann bei RWE an der Atomkraft fest. Zu wenig schaute Eon in die Bilanzen seiner erworbenen Gesellschaften in Südeuropa, für die der ehemalige Konzernchef Wulf Bernotat viel zu viel Geld bezahlt hatte. Die Zeche dafür zahlen die Anleger mit satten Kursverlusten.

Noch mehr Geld als mit Adidas war mit einigen wenigen kleinen Werten zu gewinnen. Erfolgreichste Aktie in Deutschland überhaupt – zumindest ab einer Marktkapitalisierung von 100 Millionen Euro – war Hypoport mit einem Kursplus von 480 Prozent. Der Internet-Finanzdienstleister beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und ist sicherlich vielen wenig bis gar nicht bekannt. Bekannter ist allerdings die 100-prozentige Tochter „Dr. Klein“ – zumindest für potenzielle Hauskäufer, die sich im Internet nach günstigen Darlehen umschauen.

Und wer ist das größte und erfolgreichste Unternehmen auf der ganzen Welt? Daran hat sich bei aller Schnelllebigkeit an den Börsen nichts gegenüber dem vergangenen Jahr geändert. Wieder einmal Apple. Binnen zehn Jahren steigerte sich der Aktienkurs um gut 1000 Prozent. Mit einem Börsenwert von rund 550 Milliarden Euro ist Apple größer als die Wirtschaftskraft von Norwegen oder Schweden.

Doch die real erwirtschafteten Gewinne stiegen genauso schnell. Mit 46,6 Milliarden Euro verdiente der iPhone-Spezialist im abgelaufenen Jahr so viel wie kein anderes Unternehmen auf der Welt. Allerdings hängt das Geschäft noch immer im Wesentlichen an nur einem einzigen Produkt: eben dem iPhone. Das erhöht das Risiko, falls Apple vielleicht eines Tages nicht mehr den Geschmack seiner Kunden trifft.

Doch eines brauchen Anleger kaum zu fürchten: einen Crash, weil sich möglicherweise viel zu hohe Erwartungen nicht erfüllen. Denn das von Tim Cook geführte Unternehmen kostet an der Börse nur den elfeinhalbfachen Nettogewinn eines Jahres. Das ist relativ preiswert – und lässt zumindest Luft für kleine Enttäuschungen.

Quellle:  Handelsblatt Online
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