Deka und LBBW : Die Bilanz-Entrümpelung der Landesbanken

Deka und LBBW : Die Bilanz-Entrümpelung der Landesbanken

, aktualisiert 12. April 2016, 18:15 Uhr
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Landesbank-Baden Württemberg: Die Altlasten aus der Finanzkrise sind abgebaut, die Bilanz ist stark geschrumpft.

von Elisabeth Atzler und Martin-W. BuchenauQuelle:Handelsblatt Online

Für die Landesbank Baden-Württemberg und die Debabank sind die Probleme mit Briefkastenfirmen in Panama nach eigenen Angaben schon längst gelöst. Der LBBW steht allerdings noch ein massiver Stellenabbau bevor.

Frankfurt, Stuttgart Kaum ein Kreditinstitut, das derzeit nicht nach möglicherweise illegalen Geschäften mit Briefkastenfirmen gefragt wird. Immerhin haben nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ mindestens 28 deutsche Banken die Dienste der Kanzlei Mosack Fonseca aus Panama genutzt und dabei mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder verwaltet. Auch Landesbanken werden genannt.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nahm schon 2009 eigene Ermittlungen auf und beauftragte eine Kanzlei mit der Prüfung, wie Bankchef Hans-Hörg Vetter am Dienstag sagte. Die Prüfung habe keine Anhaltspunkte dafür geliefert, dass die LBBW in derartige Offshore-Geschäfte involviert sei oder gewesen sei, so Vetter. Mit einer Ausnahme: Bei der Rheinland-Pfalz International (LRI), einer Luxemburger Tochter der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), gab es Hinweise. Die LRP gehört zur LBBW.

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Die LBBW habe ihre Erkenntnisse dem Kölner Staatsanwalt schon vor längerer Zeit übermittelt, sagte Vetter. „Meines Wissen wird in der Sache gegen zwei Personen ermittelt.“ Die LBBW hatte das Luxemburger Privatkundengeschäft der LRI im Jahr 2010 an die Dekabank verkauft, die ebenfalls zum öffentlich-rechtlichen Sektor gehört.

Bei der Dekabank wiederum trennte man sich von einigen der neuen Kunden. Man habe das Offshore-Geschäft so gemanagt, dass entsprechende Kunden „nicht mehr Kunden von uns sind“, sagte Deka-Chef Michael Rüdiger. Es gehe um eine kleine zweistellige Anzahl.

Für beide Häuser, die Dekabank und die LBBW, sind das Geschichten aus der Vergangenheit. Die Deka, der Fondsdienstleister der Sparkassen, ist gerade dabei, ihre Position in der Gruppe zu unterstreichen. Sie übernimmt den S Broker, den Onlinebroker der Sparkassen komplett. Die Deka wolle dessen Know-How im Onlinegeschäft nutzen, sagte Vertriebschef Georg Stocker. Man wolle aber nicht direkt an den Sparkassenkunden herantreten, betonte er. Der S Broker selbst hat 130.000 Kunden – im Vergleich zu den Sparkassen also sehr wenig.


Dekabank sammelt fast 20 Milliarden Euro ein

Im vergangenen Jahr sammelte die Deka insgesamt netto knapp 20 Milliarden Euro von Kunden ein, im Wesentlichen über Fonds. Ihr so genanntes wirtschaftliches Ergebnis, das sie jährlich vor Steuern berechnet, stieg um 13 Prozent auf 611 Millionen Euro. 2015 sei ein außergewöhnliches Jahr gewesen, so Rüdiger. Für das laufende Jahr strebe die Bank ein Ergebnis an, das darunter und etwa auf dem durchschnittlichen Niveau der Vorjahre liege.

Die LBBW dagegen gab ehrgeizigere Ziele aus. „Die Entrümpelung der Bilanz ist nun im Großen und Ganzen abgeschlossen - ab jetzt wollen und werden wir wieder wachsen“, sagte Vetter. Er hatte die LBBW nach der staatlichen Rettung der Bank in der Finanzkrise übernommen, baute seitdem Risiken ab, zog sich aus einigen Auslandsmärkten zurück und halbierte die Bilanzsumme des Instituts nahezu auf 234 Milliarden Euro.

Vetter übergibt dem früheren Deutsch-Banker Rainer Neske im kommenden November eine insgesamt widererstarkte LBBW – und die größte deutsche Landesbank. 2015 stieg Vorsteuergewinn um elf Prozent auf 531 Millionen Euro.

Es entspricht der nüchternen Art des Sanierers, dass Vetter im Zuge der Digitalisierung den Abbau von 830 Stellen noch selbst ankündigte und dies nicht seinem Nachfolger überließ. Betroffen sind 380 Positionen bei der Privatkunden-Tochter BW-Bank und 450 in der sogenannten Marktfolge, allen voran bei der Bearbeitung von Krediten, sagte Vorstandschef Hans-Jörg Vetter. Hier will die LBBW stärker auf automatisierte Prozesse setzen. Da es gerade im Privatkundengeschäft viele Teilzeitkräfte gibt, seien insgesamt rund 1000 Mitarbeiter betroffen. Ende 2015 beschäftigte die LBBW 11 120 Menschen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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