Der perfekte Lebenslauf: So wird der Weg frei ins Vorstellungsgespräch

Der perfekte Lebenslauf: So wird der Weg frei ins Vorstellungsgespräch

, aktualisiert 24. Juli 2017, 07:02 Uhr
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Richtige Grammatik, eine korrekte Ansprache sowie ein professioneller Ton sind den meisten Personalern laut Studie beim Curriculum Vitae wichtig.

von Lisa OenningQuelle:Handelsblatt Online

Die meisten Personaler schauen zuerst auf den Lebenslauf, um sich ein Bild vom Bewerber zu machen. Worauf die Berater besonderen Wert legen – und wie es den Kandidaten gelingt, aus der Masse herauszustechen.

DüsseldorfDer Lebenslauf ist die Visitenkarte des Bewerbers. Er ist das Erste, wonach der Personaler greift, um sich ein Bild vom Kandidaten zu machen. Weil er im Durchschnitt nicht mehr als fünf Minuten in eine Bewerbung investiert, will er also schnell herausfinden: Lohnt es sich überhaupt, noch das Anschreiben zu lesen oder den Bewerber gar einzuladen? Blöd, wenn sich also ein Grammatik- oder Rechtschreibfehler in die „Visitenkarte“ eingeschlichen hat. Dann war die ganze Mühe des Kandidaten nämlich umsonst: Seine Unterlagen landen direkt auf dem Absage-Stapel.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Personalberatung „Page Personnell“, die mehr als 4000 Kandidaten und etwa 600 Berater aus Kontinentaleuropa zum perfekten Lebenslauf befragt hat. Demnach gaben alle Berater an, dass sie großen Wert auf richtige Grammatik im Curriculum Vitae legen. Ebenso wichtig seien die korrekte Ansprache, ein professioneller Ton sowie die Verwendung von Fachtermini. Laut Studie haben das die Bewerber auch bereits erkannt.

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Grundsätzlich gilt: Es zählen klare Strukturen anstatt gestalterischer Elemente, denn: „Der Lebenslauf kann noch so schön gestaltet sein, wenn er nicht zur Stelle und zum Unternehmen passt, nützt er nichts“, schreibt Karriereexpertin Ute Blindert in ihrem Buch „Per Netzwerk zum Job“. Bedeutet: Der Lebenslauf sollte maximal ein bis zwei Seiten mit den wichtigsten Stationen umfassen, in gut lesbarer Schrift geschrieben und farblos sein. Blindert rät Bewerbern, einige wichtige Elemente stattdessen zu fetten, zu unterstreichen oder kursiv zu schreiben, um sie hervorzuheben.

Dass die Angaben im Lebenslauf korrekt sind, sollte man eigentlich voraussetzen können. Doch ein Drittel der Bewerber gab zu, es mit der Wahrheit im Lebenslauf nicht immer so ganz genau genommen zu haben. Genauso viele Personaler reagieren darauf gelassen – und verzeihen den Bewerbern die geschönte Wahrheit.

Ein Foto muss ein Jobsuchender in Deutschland der Bewerbung zwar heutzutage nicht mehr unbedingt beifügen. Trotzdem ist es immer noch üblich, dass Bewerber ein Bild mitschicken – schließlich wollen es die Personaler so, wie auch die Studie zeigt: Alle deutschen Berater gaben an, dass ein Foto im Lebenslauf enthalten sein sollte. Die Mehrheit (84 Prozent) der Kandidaten kommt diesem Wunsch auch nach. „Ein Lebenslauf ohne Foto wirkt in Deutschland immer unvollständig und bisher halten Personalberater daran fest“, sagt Ricardo Corominas, Managing Director bei „Page Personnel“.

Der Grund: Ein Bild verhilft zwar nicht automatisch zum Traumjob. Aber es wirkt. „Im Direktvergleich mit anderen Kandidaten mit gleichen Qualifikationen kann es helfen, durch ein professionelles Auftreten mit einem guten Foto auf sich aufmerksam zu machen“, schreibt Blindert. In anderen Ländern sind Lebensläufe ohne Bild mittlerweile normal. In Schweden beispielsweise meint nur ein Drittel der Berater, dass ein Foto zwingend notwendig ist.


Berater wünschen sich digitale Profile

Aus der Bewerbermasse herausstechen können Kandidaten offenbar mit Social-Media-Pofilen: Etwa die Hälfte aller deutschen Berater wünscht sich einen Hinweis auf die digitale Identität, doch nur 23 Prozent der Bewerber verweisen inzwischen auf ihre Profile. „Es wird heute immer wichtiger einen Cultural Fit für die ausgeschriebene Stellen zu finden“, sagt Corominas.

Heißt: Die Unternehmen tun sich schwer damit, Arbeitnehmer finden, die zur Unternehmenskultur passen. Helfen kann hier das digitale Profil, denn: „Je mehr Details ein Personalverantwortlicher über den Bewerber kennt, desto besser kann er diesen Fit abschätzen.“ Voraussetzung: Die Profile sollten gepflegt, professionell und aussagekräftig sein, um den potenziellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen anstatt ihn zu vergraulen.

Aufwerten können Jobsuchende ihren Lebenslauf außerdem, indem sie angeben, bei welchen renommierten Unternehmen sie bereits gearbeitet haben. Neun von zehn Berater sind der Ansicht, dass ein bekannter Firmenname gut ankommt – und im Zweifelsfall sogar zum Job verhelfen kann.

Doch die Zahl der Unternehmen, für die ein Bewerber bereits tätig war, sollte sich in Grenzen halten. Denn einen häufigen Jobwechsel sehen vor allem deutsche Personaler kritisch. Neun von zehn bewerten es positiv, wenn ein Jobsuchender zwei Jahre für ein Unternehmen gearbeitet hat.

Und auch eine Betriebszugehörigkeit von zehn Jahren befürworten sieben von zehn Beratern: „Diese lange Unternehmenszugehörigkeit wird in Deutschland als hohe Loyalität und Treue gegenüber dem Arbeitgeber gesehen“, sagt Corominas. Die Wechselbereitschaft deutscher Arbeitnehmer sei im internationalen Vergleich relativ gering.

Quelle:  Handelsblatt Online
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