Der Werber-Rat: Autoren, die zu Marken werden

Der Werber-Rat: Autoren, die zu Marken werden

, aktualisiert 09. Februar 2016, 20:06 Uhr
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Die Marke Weiler steht für ein ganz besonderes Unterhaltungs-Universum.

von Armin JochumQuelle:Handelsblatt Online

Donna Leon, Martin Suter oder Jan Weiler stürmen mit jeder neuen Buchveröffentlichung schnurstracks an die Spitze der Verkaufs-Charts. Vor allem deshalb, weil sie längst die Spitze der Autoren-Charts erobert haben.

Wem gehört dieses Buch? Sie haben es im Flugzeug vergessen!" Stille im Zubringer-Bus. Niemand will der Leser von "Feuchtgebiete" auf 7F gewesen sein. Egal ob Paperback, gebundene Erstausgabe — oder E-Book: Bücher finden ihre Leser, manchmal sind diese sogar erstaunlich treu.

Neulich entdeckte ich Jan Weilers "Im Reich der Pubertiere" auf den vorderen Rängen einer Bestsellerliste und bestellte gleich ein Exemplar. Um was es geht? Nicht ganz so wichtig. Die Marke Weiler steht für ein ganz besonderes Unterhaltungs-Universum. Auch Donna Leon oder Martin Suter stürmen mit jeder neuen Veröffentlichung schnurstracks an die Spitze der Verkaufs-Charts. Vor allem deshalb, weil sie längst die Spitze der Autoren-Markencharts erobert haben.

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Jeder dieser konstant erfolgreichen Autoren steht nämlich für eine ganz eigene Sicht der Dinge, eine sehr geschlossene Markenwelt mit festen Charakteren, klaren Werten und sehr merkfähigen Geschichten, die jeden Elevator-Pitch lässig meistern würden. So erfand Donna Leon den Prototyp des Kommissars am Sehnsuchtsort. Commissario Brunetti nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Eigenheiten der geheimnisvollen Lagunenstadt Venedig, in der die Autorin seit 1981 selbst lebt — und deshalb genau weiß, worüber sie schreibt.

Martin Suters Weltbestseller haben immer eine sehr merkfähige Idee, die man in einem Satz formulieren kann. Auch er beschreibt eine Welt, in der er sich selbst wohlfühlt: rahmengenähte Schuhe, luxuriöse Hotelrefugien, erlesene Weine und frisch gehobelte Alba-Trüffel nehmen den Leser mit auf kurzweilige Reisen über alle möglichen Genre-Grenzen.

Ist das nun profaner Kommerz oder große Kunst? Jedenfalls muss man sich nicht verstecken, wenn man so ein Buch gedankenlos auf 7F vergessen hat. Falls das je vorkommen sollte.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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