Der Werber-Rat: Die Macht der Online-Minute

Der Werber-Rat: Die Macht der Online-Minute

, aktualisiert 03. Mai 2016, 21:51 Uhr
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In 60 Sekunden kann viel passieren – vor allem online.

von Armin JochumQuelle:Handelsblatt Online

Was passiert in einer Internet-Minute? Pro Minute loggen sich über 700.000 Menschen auf Facebook ein und 2,8 Millionen Videos werden angeschaut. Wie kann man hier als Marke mit Führungsanspruch noch Orientierung geben?

Neulich, ich purzelte sehr dehydriert aus einem Nachhause-Flieger, las ich eine hoffnungsfrohe Botschaft eines Kollegen aus gemeinsamen Berliner Tagen. Seine Nachricht verbreitete sich schnell und wurde in sozialen Netzwerken gerne geteilt. Auf einer Alaskareise fotografierte er nämlich ein Schild, auf dem in wackeligen Lettern stand: "Offline is the new Luxury".

Wie es manchmal so ist, tauchte ungefähr gleichzeitig ein Diagramm der Gegenwart auf. Ein mahnendes Kuchendiagramm mit kompromisslosen Botschaften. Unter der Schlagzeile "Was passiert 2016 in einer Internet-Minute?", fanden sich allerhand überraschende, atemlose News.

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Nach dieser Prognose loggen sich pro Minute über 700.000 Leute auf Facebook ein. 2,8 Millionen Youtube-Videos werden angeschaut, während andere zur selben Zeit 972.000-mal wie verrückt auf Tinder herumwischen, um den richtigen Partner zu finden. In just dieser Minute setzt Amazon 203.000 Dollar um. Ruhig scheint es nur noch bei Uber zu sein. Der private Fahrdienst, der vorgibt, eigentlich nur eine App zu sein, die Leute zusammenbringt, kommt auf 1390 Fahrten pro Minute.

Ganz schön irre, was in 60 Sekunden so passiert. Wie kann man hier als Marke mit Führungsanspruch noch Orientierung geben? Verpasse ich womöglich etwas? Oder ist es grob fahrlässig, den ganzen Wahnsinn nicht permanent auf dem Radarschirm zu haben? Fokussierung ist und bleibt das wichtigste Steuerrad großer Marken in stürmischen Zeiten. Konzentrieren Sie sich auf einen differenzierenden Gedanken. Und überlegen Sie, über welchen Kanal oder welche Media sie die Menschen, mit denen Sie über Ihr Anliegen in einen Dialog treten wollen, am besten und effizientesten erreichen.

Und manchmal ist es auch völlig in Ordnung, offline zu sein. Nicht nur in Alaska. Findet jedenfalls meine Familie. Jetzt.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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