Der Werber-Rat: Lasst die Daten frei!

Der Werber-Rat: Lasst die Daten frei!

, aktualisiert 11. April 2016, 09:43 Uhr
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Mossack Fonseca versteckte Geld für Superreiche und Kriminelle. Die Panama Papers-Enthüllungen betreffen Politiker, Prominente und Firmen weltweit.

von Franziska von LewinskiQuelle:Handelsblatt Online

Alle reden von Big Data, viele haben Big Data, doch nicht alle können Big Data. Man muss nur die richtigen Fragen an die Datenmengen stellen. Aus Daten können Geschichten und Services werden – so wie die Panama Papers.

Wenn Sie selbst Kinder haben, kennen Sie das vielleicht: Am Ende des Wochenendes wenn alles Spielzeug zusammengepackt ist, kommt die Frage: "Mama, wo ist das rote Auto? Ich will mein Auto haben." Nach dem Durchforsten der diversen Spielzeugkisten ist das gesuchte Objekt gefunden.

Nun stellen Sie sich einmal vor, Sie bekommen 2,7 Terabyte an Daten auf den Tisch. Unstrukturiert und zusammenhanglos. Für mehrere Hundert Journalisten war das in den letzten Monaten eine echte Herkulesaufgabe. Herausgekommen ist weltweit für Resonanz sorgendes Storytelling: die Panama Papers.

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Perfekt inszeniert mit Vorankündigungen über Social Media, ausführlichen Web-Plattformen, Videos, Interviews und immer wieder neuen Facetten, die in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Datenjournalismus auf einem neuen Level. Zum Vergleich: Die Wikileaks-Affäre kam gerade einmal auf 1,7 Gigabyte Material, das man sichtete.

Vielleicht gibt es auch in Ihrem Unternehmen Big-Data-Projekte. Doch nutzen Sie Daten schon, um daraus auch Geschichten oder Services zu machen? Unternehmen sitzen auf einem Schatz von Daten. Doch stellt man keine Fragen an sie und teilt sie mit verschiedenen Abteilungen, bleibt Big Data eine Worthülse und wird zu einem abstrakten IT-Projekt.

Wir als Agenturen würden uns freuen, wenn wir zum Beispiel wüssten, welche Pulloverfarbe sich in London besonders gut verkauft und welches die Durchschnittsgröße einer Hose in Frankreich ist. Denn daraus entstehen Ideen für neue Services. Wenn ich weiß, dass in Berlin alle immer Rot kaufen, würde ich eine andere Farbe kaufen. Aus Daten können Geschichten und Services werden. Alle reden von Big Data, viele haben Big Data und nur die wenigsten können Big Data. Fangen wir an, die richtigen Fragen an die Datenmengen zu stellen.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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