Der Werber-Rat: Mehr Mut zu längeren Zeiträumen

Der Werber-Rat: Mehr Mut zu längeren Zeiträumen

, aktualisiert 08. Januar 2016, 21:40 Uhr
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Wenn es ums geschäftliche geht, denken wir oft in zu kurzen Intervallen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg? Manchmal einfach nur: Abwarten, meint Kolumnist Raphael Brinkert. Bis Veränderungen wirklich wirken, dauert es manchmal einfach länger – gerade, wenn es ums Geld geht.

Der Jahreswechsel ist nicht nur der Moment für gute Vorsätze, man lässt auch die vergangenen zwölf Monate Revue passieren. Das Kalenderjahr wird zum festen Muster, um den Status quo kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Wir lassen uns von gelernten Zeitintervallen steuern, um die eigenen Leistungen zu bewerten. Dabei wird in vielen Bereichen zu kurz gedacht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was für Privatpersonen der Zwölf-Monats-Takt ist, sind für Unternehmen Quartals-, Monats- oder sogar Wochenzahlen. Die Geschäftsleistung der gesamten Organisation, die Arbeitsleistung von einzelnen Akteuren wird in gering getakteten Intervallen gemessen und analysiert - am besten in Echtzeit. Aber: Grundlegende Veränderungen brauchen Zeit.

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Wir kennen Verzögerungseffekte aus der Volkswirtschaft. Zwischen fundamentalen Veränderungen und den tatsächlich spürbaren Auswirkungen können bei komplexen Prozessen große Zeiträume liegen. Wirkungsverzögerungen sind in der Geldpolitik, wie etwa bei der Veränderung des Leitzinses und der Reaktion der Anleger, ein bekanntes Phänomen. Tiefgründige Veränderungen brauchen nun einmal Zeit.

Die Sensibilität für Verzögerungseffekte ist auch im Sport selten vorhanden. Der FC St. Pauli, der sich vor einem Jahr erst spät den Zweitligaerhalt sicherte, spielt mit einem nahezu identischen Kader um den Aufstieg in die 1. Liga und erzielte im Sommer den höchsten Transfererlös in seiner Geschichte. Ein neuer Sportdirektor konnte damit die Ernte seines Vorgängers einfahren.

Mein Plädoyer für 2016: mehr Kontinuität und Weitsicht. Lassen Sie uns 2016 häufiger den Mut haben, an übergeordneten Strategien festzuhalten und Entwicklungsprozessen die nötige Zeit zu geben. Nachhaltiges Wachstum muss stets vor kurzfristigem Erfolg stehen, wenn man langfristig Erfolg haben will.

Der Autor: Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

Quelle:  Handelsblatt Online
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