Der Werber-Rat: Wo geht's denn hier ins Internet?

Der Werber-Rat: Wo geht's denn hier ins Internet?

, aktualisiert 21. März 2016, 20:28 Uhr
von Franziska von LewinskiQuelle:Handelsblatt Online

Gute Nachrichten für den Digitalstandort Deutschland: In Zukunft soll man fast an jedem Ort im Internet surfen können – im Flugzeug, im ICE und an U-Bahn-Haltestellen. Doch man muss nicht immer und überall online sein.

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Bei Lufthansa-Flügen kann man ab dem zweiten Halbjahr kostenpflichtig im Internet surfen.

Da sind sie wieder. Die großen Strategieprogramme mit Titeln wie "Digitalstrategie 2025", die jedes Jahr zur Cebit für Schlagzeilen sorgen. Keine Angst, dies wird jetzt kein Lamento über deutsche Langsamkeit und Regulierungswut. Sondern ein kurzer Überblick darüber, wo wir in puncto Zugang zum Internet gerade stehen.

Bei Lufthansa-Flügen kann man ab dem zweiten Halbjahr im Flugzeug online gehen. Zum Fahrplanwechsel 2016/17 wird in allen ICEs auch in der zweiten Klasse WLAN verfügbar sein — kostenlos. In Hamburg hat die Hochbahn gerade angekündigt die U-Bahn-Haltestellen mit WLAN auszustatten.

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Beflügeln wird das freie WLAN aber vor allem die aktuelle Stellungnahme eines EU-Gutachters. Seit letztem Freitag wackelt nämlich die "Störerhaftung", die Anbieter von offenem WLAN bisher haftbar machte für zum Beispiel illegale Downloads ihrer Nutzer. Geschäfte, Bars oder Hotels mit ungesichertem WLAN sollen seiner Meinung nach nicht mehr für Urheberrechtsverletzungen Dritter haftbar gemacht werden können. Das Urteil wurde noch nicht gefällt, aber das Signal geht in die richtige Richtung.

Viel zu tun gibt es noch auf dem Land: Nur 15 Prozent der ländlichen Gebiete sind mit Breitband versorgt. Der Bund stellt aber jetzt für den Breitbandausbau zwei Milliarden Euro bereit, die Förderentscheidungen werden noch im März erwartet. All das sind gute Nachrichten für den Digitalstandort Deutschland.

Natürlich muss man nicht immer und überall online sein. An die ein bis zwei Stunden im Flugzeug ohne Internet habe ich mich so sehr gewöhnt, dass ich diese Zeit sehr schätze. Für Ideen - und einfach zum Treibenlassen. Und bares Geld spare ich dabei auch noch: 17 Euro soll das Bord-WLAN nämlich kosten für 24 Stunden. Für mich steht fest: Im Flieger bleibe ich offline.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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