Derzeit ideales Mückenwetter: Traumwetter für lästige Blutsauger

Derzeit ideales Mückenwetter: Traumwetter für lästige Blutsauger

, aktualisiert 06. Juni 2017, 11:00 Uhr
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In diesem Jahr haben die lästigen Blutsauger bislang beste Entwicklungsmöglichkeiten.

Quelle:Handelsblatt Online

Allein schon das penetrante Surren einer Mücke kann Menschen aggressiv machen. In diesem Jahr könnten uns die stechenden Plagegeister besonders auf die Nerven gehen, denn sie haben ideale Startbedingungen.

BerlinPfingstausflügler hatten in diesem Jahr vielerorts unangenehme Gesellschaft. „Mücken haben in diesem Jahr ideale Startbedingungen“, sagt Doreen Walther, Mückenexpertin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. „Bei einigen Arten sehen wir jetzt schon die zweite und dritte Generation.“

Wenn die Witterung so mild bleibt und Gewitterschauer weiterhin regelmäßig für Pfützen und gut gefüllte stehende Gewässer sorgen, könnte sich die Mückenvermehrung kaskadenartig fortsetzen. Dann wird es auch im Sommer deutlich mehr Mücken geben als 2014 und 2015, sagt Walther. Bereits 2016 sei ein gutes Jahr für die Insekten gewesen.

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Von den 28 Mückenfamilien, die in Deutschland vorkommen, stechen allerdings nur drei zu – und dann auch jeweils nur die Weibchen. Sie benötigen Proteine aus Blut für ihre Eibildung.

Allerdings splittet sich allein die Familie der Stechmücken in 50 Arten auf. Das gilt auch für Kriebelmücken, die ein wenig aussehen wie Fliegen. Sie kriechen Spaziergängern gern unter die Kleidung, um zuzustechen.

Von den nur wenigen Millimeter großen Gnitzen gibt es sogar 300 Arten. Sie sind vor allem in der Dämmerung unterwegs und piksen gern nahe am Haaransatz.


Bislang keine gefährlichen Krankheitserreger

Die asiatische Tigermücke sei bisher nur an wenigen Standorten in Baden-Württemberg und Thüringen nachgewiesen worden, berichtet Walther. Die Expertin geht aber davon aus, dass sich die wärmeliebenden Exoten aus Südeuropa in einigen Jahren auch flächendeckend in Deutschland ausbreiten. Dem Frost trotzen sie inzwischen zum Beispiel in der Kanalisation.

Eine gute Nachricht für alle Mückengeplagten hat Doreen Walther aber auch. „Bisher gibt es in Deutschland keine gefährlichen Krankheitserreger, die von Mücken übertragen werden“, berichtet sie. Allerdings reagiere das Immunsystem stärker auf exotische Arten, da sie beim Stechen einen anderen Proteincocktail in die Haut spritzten als die einheimischen Mücken.

Das größte Problem sei aber immer noch, dass Menschen an den juckenden Einstichstellen kratzen. „Erst dadurch kann es zu Eiterungen oder Ödemen kommen“, so die Expertin.

Quelle:  Handelsblatt Online
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