Deutsche Bahn: 3500 Jobs stehen auf der Kippe

Deutsche Bahn: 3500 Jobs stehen auf der Kippe

, aktualisiert 15. März 2016, 19:41 Uhr
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Von Schließungen betroffen sind vor allem kleinere Verladestellen wie etwa Ferch-Lienewitz in Brandenburg mit 1000 Tonnen Güterumschlag.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Bahn schließt ein Drittel ihrer Verladestellen im Güterverkehr, betroffen sind unter anderem Bamberg-Hafen und der Saarbrücker Rangierbahnhof. Rund 3500 von insgesamt 20.000 Stellen in Deutschland sollen wegfallen.

BerlinDie Bahn geht im Güterverkehr auf Schrumpfkurs und setzt ein Drittel ihrer Verladestellen auf die Streichliste. Insgesamt 500 Verladeplätze bei Kunden sollen nicht mehr angefahren werden, wie eine Aufstellung zeigt, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag. Eine Bahnsprecherin sagte dazu, derzeit würden aber weit weniger als 500 Verladestellen untersucht. Beschlüsse seien noch nicht gefasst. Schwerpunkt der Schließungen ist demnach Nord- und Ostdeutschland.

In der Folge sollen bei der Güterbahn nach Angaben aus Unternehmenskreisen rund 3500 von insgesamt knapp 20.000 Stellen in Deutschland wegfallen. Eine Projektgruppe der Bahn unter Einschluss der Unternehmensberatung McKinsey hatte sogar den Abbau von bis zu 5000 Stellen ins Auge gefasst. Die Bahn erklärte dazu, die wirtschaftliche Lage des Konzern werde sich auch auf das Personal auswirken. Alle Maßnahmen würden zunächst mit Vertretern der Arbeitnehmer diskutiert.

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Die Liste mit dem Vermerk „Wegfall“ umfasst 498 Verladestellen, die größere wie Bamberg-Hafen mit fast 200.000 Tonnen oder den Saarbrücker Rangierbahnhof mit über 400.000 Tonnen Güterumschlag umfasst. Es trifft demnach aber vor allem kleinere wie etwa Ferch-Lienewitz in Brandenburg mit 1000 Tonnen.

Der Chef der Eisenbahngewerkschaft EVG, Alexander Kirchner, hatte bereits gewarnt, die Güterbahn DB Cargo sei auf dem völlig falschen Gleis unterwegs und gefährde mit ihrem Schrumpfkurs den Schienengüterverkehr in Deutschland insgesamt. Dies werde auch Auswirkungen auf die Klimaziele der Regierung haben, die eigentlich verstärkt Verkehr auf der Bahn statt auf der Straße sehen will.

Die Verkehrsprognose der Bundesregierung sagt eigentlich voraus, dass die Güterbahnen bis 2030 im Vergleich zu 2010 über 40 Prozent mehr transportieren werden. Dies ist ein höherer Zuwachs als dem LKW unterstellt wird.

Die Verkehrsprognose ist wiederum Grundlage für den Bundesverkehrswegeplan, den Minister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch vorstellen will. Er gibt vor, in welche Straßen und Schienen die Investitionsmittel des Bundes fließen sollen, um die prognostizierten Verkehrsströme bewältigen zu können.

Die Deutsche Bahn als einstiger Monopolist verliert seit Jahren Marktanteile an private Konkurrenten im Schienen-Güterverkehr und hat derzeit noch einen Anteil von rund zwei Drittel. Auf Unternehmenskäufe fallen zudem jetzt milliardenschwere Sonder-Abschreibungen an, so dass der Staatskonzern für 2015 erstmals seit über zehn Jahren einen Betriebsverlust ausweisen wird. Der Konzern will am Mittwoch seine Bilanz vorstellen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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