Deutsche Bank : Der Riese in der Nebenrolle

Deutsche Bank : Der Riese in der Nebenrolle

, aktualisiert 16. März 2016, 17:51 Uhr
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Kein Skandal ohne die Deutsche Bank. Die Staatsanwaltschaft überprüft die Zusammenarbeit des Geldhauses mit Cum-Ex-Fonds.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Deutsche Bank hat indirekt bei Aktiengeschäften mitgemacht, bei den die Gewinne aus der Steuerkasse stammten. Die Bank war Dienstleisterin für eine Cum-Ex-Fondsfirma und ist über die Postbank sogar an ihr beteiligt.

Die Deutsche Bank gehörte zwar nicht zu den großen Cum-Ex-Playern, war aber dennoch in verschiedenen Stellen an den Transaktionen beteiligt. So ist das Institut über die Deutsche Postbank an der Fondsfirma Nummus beteiligt und fungierte als Depotbank. Außerdem mischten Deutsche Bank-Händler bei den Deals mit. Es lohnte sich ja.

Ein Unrechtsbewusstsein fehlte. Selbst als die Steuerbeamten ihnen schon misstrauisch über die Schultern schauten, verteidigten die Hausjuristen die Cum-Ex-Deals noch als legale Gestaltung: „Der Gesetzgeber hat den Systemfehler gesehen und die weiterhin bestehende Lücke (im Gesetz) billigend in Kauf genommen“, heißt es in einem Schreiben der Bank an die Finanzbehörden. Mit anderen Worten: Die Bank wusste, dass der Fiskus ausgenommen wurde – und unternahm nichts dagegen. Pech gehabt.

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Zur Entlastung der Deutschen Bank verwiesen die Juristen ein Gutachten der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer. Deren Steueranwälte allerdings waren bekannt dafür, dass sie vielen Cum-Ex-Akteuren mit ihren Gutachten den Weg für diese Geschäfte bereiteten. Auf den Behördenfluren zählen die Papierstapel nicht viel.

Noch ist unklar, welche Folgen das Cum-Ex-Engagement für die Deutsche Bank haben wird. Noch prüfen die Steuerbehörden. Auch die Staatsanwälte ermitteln gegen etliche Personen aus dem Umfeld der Bank und der Fondsgesellschaft Nummus. Im Juni 2015 gab es eine Razzia, bei der die Ermittler auch Büros in der Deutsche Bank-Zentrale durchsuchten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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