Deutsche Bank in Asien: Geldhaus will im Zahlungsverkehr zulegen

Deutsche Bank in Asien: Geldhaus will im Zahlungsverkehr zulegen

, aktualisiert 25. Mai 2016, 15:25 Uhr
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Schon heute erwirtschaftet die Sparte Global Transaction Banking rund ein Drittel der Erträge der Deutschen Bank in der Region Asien-Pazifik.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Geschäftsbereich Global Transaction Banking zählte zuletzt zu den wenigen Lichtblicken bei der Deutschen Bank. In Asien sieht die Sparte nun große Wachstumschancen. Bei Iran-Geschäften bleibt das Institut vorsichtig.

FrankfurtDie Deutsche Bank will im Zahlungsverkehr und in der Handelsfinanzierung in Asien in den kommenden Jahren kräftig zulegen. Trotz der konjunkturellen Abkühlung in China und anderen Schwellenländern sei Asien für die Sparte Global Transaction Banking (GTB) die Wachstumsregion Nummer 1, sagte GTB-Chef Werner Steinmüller in einem am Mittwoch veröffentlichen Reuters-Interview. „Innerhalb der Transaktionsbank könnte der Anteil der Erträge, die aus Asien kommen, in den nächsten Jahren von derzeit 18 Prozent auf bis zu ein Viertel steigen.“ Schon heute erwirtschafte GTB rund ein Drittel der Erträge der Deutschen Bank in der Region Asien-Pazifik.

Die Sparte zählte im vergangenen Jahr zu den wenigen Lichtblicken bei Deutschlands größtem Geldhaus. Während der Konzern einen Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro machte, steigerte die Transaktionsbank ihren Vorsteuergewinn um ein Viertel auf 1,4 Milliarden Euro – der beste Wert seit der Gründung des Bereichs. Die Erträge stiegen um zwölf Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. In den kommenden Jahren peile GTB Wachstumsraten von drei bis fünf Prozent an, sagte Steinmüller. „Dieses Jahr wird allerdings durch die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Asien und Lateinamerika belastet.“

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Im Rahmen der Strategie 2020 hat Vorstandschef John Cryan die Transaktionsbank und die Investmentbank in einer Sparte zusammengefasst. „Wir erwarten, dass uns die engere Verzahnung mit der Investmentbank zu noch mehr Mandaten und Geschäft verhilft“, sagt Steinmüller. „Im Vertrieb können wir sicherlich noch mehr erreichen, wenn die Corporate-Finance-Seite auch die Produkte der Transaktionsbank positioniert.“ In Frankreich sei das in einem Fall bereits gut gelungen.

Cryan hat die Bedeutung der Transaktionsbank für die Frankfurter zuletzt mehrfach hervorgehoben. „GTB ist das Rückgrat der Deutschen Bank“, sagte er im März auf einer Finanzkonferenz. Schließlich helfe die Sparte deutschen Unternehmen beim Import und Export sowie der Abwicklung ihrer Geschäfte. Wenn Cryan bei wichtigen Geschäftsabschlüssen gebraucht werde, könne man sich auf ihn verlassen, erzählt Steinmüller. Der Brite spreche dann nicht nur mit Vorständen von Unternehmenskunden, sondern auch mal mit dem Leiter der Finanzierungsabteilung (Treasury).

Die Zusage, dass GTB eine Milliarde Euro in die Verbesserung ihrer Systeme investiere, habe trotz aller Sparbemühungen bei der Deutschen Bank Bestand, bekräftigte Steinmüller. „Das ist für die Transaktionsbank, die Prozesse anbietet und stark von der Technologie abhängt, von enormer Bedeutung.“ Der Manager hatte bereits im Herbst 2015 deutlich gemacht, dass Investitionen in Kontrollsysteme, um Geldwäsche zu verhindern und um die Herkunft von Geldern noch besser nachzuvollziehen, für ihn Priorität haben.

Zudem überprüft der 62-jährige Unterfranke jedes Jahr die Kundenbeziehungen seines Bereichs - und macht dann eine Art „Frühjahrsputz“. Auf Kunden, die keine oder wenige Geschäfte über die Bank abwickeln, gehe er dabei offen zu. „Wenn das Geschäftsvolumen zu gering ist, muss man darüber sprechen, ob man perspektivisch mehr zusammenarbeitet – oder ob sich der Kunde lieber eine andere Bank sucht“, erklärt Steinmüller. „Hinzu kommt, dass wir bei Kunden in Risikoregionen viel genauer hinsehen, auch wegen höherer Anforderungen der Aufsichtsbehörden. Wir sind vorsichtiger geworden.“

Besonders behutsam geht die Deutsche Bank bei Geschäften im Iran vor. Im Januar wurden zahlreiche westliche Sanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben, andere Verbote sind aber noch in Kraft. Gerade Institute wie die Deutsche Bank und die Commerzbank, die wegen Verstößen gegen US-Sanktionen bereits zu Strafen verdonnert wurden, wollen deshalb nichts überstürzen. „Wir bleiben beim Thema Iran äußerst zurückhaltend“, sagt Steinmüller.

Quelle:  Handelsblatt Online
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