Deutsche Bank und Gehälter: Neuer Anfall von Großzügigkeit

Deutsche Bank und Gehälter: Neuer Anfall von Großzügigkeit

, aktualisiert 19. Januar 2016, 14:04 Uhr
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In London gibt es mehr Geld für jüngere Mitarbeiter des Geldinstituts.

von Katharina SlodczykQuelle:Handelsblatt Online

In London versucht die Deutsche Bank, jüngere Mitarbeiter mit mehr Gehalt von der Konkurrenz fernzuhalten. Hochrangige Banker sollen dafür sogar auf einen Teil ihrer Boni verzichten.

LondonDie Entwicklung hat sich bereits im Frühjahr vergangenen Jahres abgezeichnet und einige in der Branche überrascht: Die Deutsche Bank hat nach Angaben von Personalvermittlern teilweise die Vergütung ihrer jüngeren Mitarbeiter in London angehoben, um sie zu halten und im Wettbewerb mit anderen Geldhäusern attraktiver zu werden.

Nur kurze Zeit später machte sich diese neue Großzügigkeit auch in einer Umfrage des Online-Vergütungsportals Emolument bemerkbar: Die Deutsche Bank landete im Sommer auf dem ersten Platz, als es um das Einkommen von Analysten ging. Beobachter hatten eigentlich erwartet, dass eine US-Bank diese Rangliste anführt.

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Jetzt geht die Deutsche Bank offenbar noch einen Schritt weiter: Nach Informationen der „Financial Times“ verzichten einige hochrangige Banker auf einen Teil ihrer Boni, damit sie den Nachwuchskräften mehr Geld überweisen können. Offiziell wollte sich das Geldhaus dazu nicht äußern.

Insgesamt schrumpfen die Bonustöpfe in der Bankbrache, darunter bei der Deutschen Bank und Credit Suisse, weil einige Geschäftsbereiche schwächeln und Investoren deutlich gemacht machen, dass sie die Prämien-Exzesse früherer Zeiten nicht mehr hinnehmen würden. Die Boni der großen Investmentbanken könnten weltweit im Schnitt fünf bis zehn Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr, sagte die US-Beratungsgesellschaft Johnson Associates voraus. Dennoch könnten einige Banker mit einem Zuschlag rechnen.


Schnellere Beförderung möglich

„Wir werden insgesamt eine deutlich stärkere Differenzierung sehen“, sagt Jon Terry, Vergütungsexperte bei Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Die Banken würden im zunehmenden Maße von Fall zu Fall betrachten, wer und in welchem Umfang einen Bonus verdient habe. Mitarbeiter, die sich bewährt hätten und möglicherweise abgeworben werden könnten, dürften daher eine höhere Prämie erwarten. Das könnte jüngere Banker einschließen.

Um den Nachwuchs zu halten, den auch Private-Equity-Gesellschaften, Hedgefonds und Start-ups umwerben, haben Banken schon in den vergangenen Jahren einiges angekündigt – etwa die Einschränkung von Wochenenddiensten und insgesamt attraktivere Arbeitszeiten. Goldman Sachs hat Ende vergangenen Jahres auch eine schnellere Beförderung von jüngeren Mitarbeitern ins Spiel gebracht. Die Besten von ihnen könnten den Sprung von „Associate“ zu „Vice President“ künftig in dreieinhalb Jahren schaffen. Bisher dauert das ein Jahr länger.

Quellle:  Handelsblatt Online
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