Deutsche Bank: Verkauf von Polen-Geschäft gestartet

Deutsche Bank: Verkauf von Polen-Geschäft gestartet

, aktualisiert 31. Mai 2017, 15:20 Uhr
Bild vergrößern

Das Geldhaus möchte seine komplexe Struktur durch Trennungen von Auslandsmärkten vereinfachen.

Quelle:Handelsblatt Online

Aus Finanzkreisen heißt es, dass sich die Deutsche Bank von ihren Aktivitäten in Polen trennen will. Die polnische Regierung begrüßt das Vorhaben. Potenzielle Käufer gibt es, aber ein tatsächlicher Verkauf ist fraglich.

Warschau/FrankfurtDie Deutsche Bank hat Finanzkreisen zufolge den Startschuss für den Verkauf ihres Polen-Geschäfts gegeben. Das Institut habe Informationen über die Deutsche Bank Polska an potenzielle Käufer verschickt und warte nun auf erste, unverbindliche Angebote, sagte eine mit dem Verkaufsprozess vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Deutschlands größtes Geldhaus könnte durch die Veräußerung nach Einschätzung von Bankern mindestens 400 Millionen Euro einnehmen.

Reuters hatte über die Verkaufspläne bereits im November berichtet. Die Deutsche Bank will mit dem Rückzug aus mehreren Auslandsmärkten ihre komplexe Struktur vereinfachen und ihre Kapitaldecke stärken. Der polnischen Regierung dürfte ein Ausstieg zupasskommen. Sie will die Rolle heimischer Geldhäuser im Bankensektor stärken.

Anzeige

Deutsche Bank Polska ist die zwölftgrößte Bank Polens. Ihr machen die niedrigen Zinsen, der harte Wettbewerb und die Bankenabgabe in dem Land zu schaffen. Als potenzielle Käufer gelten Bankern zufolge die Commerzbank-Tochter mBank, die Santander-Tochter BZ WBK und die polnische Sparte des portugiesischen Instituts BCP. Alle genannten Banken wollten sich nicht äußern oder waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ob ein Verkauf der Deutschen Bank Polska am Ende gelingt, steht in den Sternen. Für kleinere Institute in Polen sei es immer schwieriger, mit großen, staatlich gelenkten Instituten mitzuhalten, sagten mehrere mit dem Prozess vertraute Personen. Zudem hat die Deutsche Bank Polska viele Fremdwährungsdarlehen in der Bilanz, überwiegend auf Schweizer Franken und Euro lautende Hypothekenkredite. Diese stehen in der Kritik, weil die Belastungen der Kreditnehmer angesichts des Verfalls des polnischen Zloty wachsen. Die polnische Bankenbehörde fordert, dass ausländische Geldhäuser Fremdwährungskredite auch bei einem Rückzug aus dem Land nicht verkaufen. Einem Insidern zufolge ist es deshalb wahrscheinlich, dass die Deutsche Bank nur ihre in Zloty vergebenen Kredite losschlägt.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%