Deutsche Bank : Verlust von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2016

Deutsche Bank : Verlust von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2016

, aktualisiert 02. Februar 2017, 07:30 Uhr
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Strafzahlungen verhageln das Jahresergebnis.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Deutsche Bank hat am Donnerstag ihr Ergebnis für 2016 vorgelegt. Das Geldhaus macht im Geschäftsjahr einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt ein Minus von 910 Millionen Euro erwartet.

FrankfurtDie Deutsche Bank schreibt auch 2016 rote Zahlen. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr summiert sich der Verlust nach Steuern auf 1,4 Milliarden Euro, wie das größte deutsche Geldhaus am Donnerstagmorgen mitteilte. Das ist mehr, als Analysten erwartet hatten. Die harte Kernkapitalquote stieg zum Jahresende auf 11,9 Prozent und damit den höchsten Stand seit zwölf Quartalen.

Nachdem die Bank die ersten drei Jahresquartale mit Gewinn abgeschlossen hatte, drückt im vierten Quartal die Strafzahlung für Hypothekengeschäfte in den USA das Ergebnis und verhagelt damit auch die Jahresbilanz.

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Erst im vergangenen Dezember hatte sich die Deutsche Bank mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung von insgesamt sieben Milliarden Euro geeinigt. Knapp drei Milliarden Euro davon entfallen auf zivilrechtliche Bußgelder, knapp vier Milliarden Euro sollen über mehrere Jahre verteilt als Entschädigung an Hypothekenschuldner fließen.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan kommentiert das Jahresergebnis trotz des Verlusts positiv: „Unsere Ergebnisse des Jahres 2016 spiegeln sowohl den konsequenten Umbau der Bank als auch die Marktturbulenzen rund um unser Haus wider. Wir haben 2016 mit einer erfreulich starken Kapital- und Liquiditätsposition abgeschlossen und schauen nach einem vielversprechenden Jahresstart optimistisch nach vorn.“

Der Konzernchef kann in der Tat einige Erfolge vorweisen. Vor allem bei der Aufarbeitung teurer Rechtsstreitigkeiten drückte der Brite, der Deutschlands größtes Geldhaus seit Juli 2015 führt, aufs Tempo. Erst wenige Tage vor der Bilanz-Vorlage konnte eine der letzten bekannten juristischen Großbaustellen weitgehend abgearbeitet werden: Umgerechnet knapp 600 Millionen Euro zahlt die Bank in den USA und Großbritannien wegen einer Geldwäsche-Affäre. Das Institut hatte nach Überzeugung der Behörden nicht verhindert, dass Kunden bei Wertpapiergeschäften russische Rubel wuschen.

Nach einer Radikalkur mit Stellenabbau und Filialschließungen wächst in der Bank die Zuversicht, das laufende Jahr mit Gewinn abschließen zu können. „Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder nachhaltig profitabel werden. Das ist auf jeden Fall unser Ziel“, sagte Privat- und Firmenkundenchef Christian Sewing dem Handelsblatt.

Investoren hoffen zur Bilanzvorlage in Frankfurt auf klare strategische Ansagen - etwa zur Postbank: Beharrlich halten sich Spekulationen, die Bonner Tochter werden entgegen der bisherigen Planung doch nicht verkauft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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