Deutsche Banken: „Mit Sorge ins neue Jahr“

Deutsche Banken: „Mit Sorge ins neue Jahr“

, aktualisiert 09. Januar 2017, 16:19 Uhr
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Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banlen (BdB) blickt mit gemischten Gefühlen auf das neue Jahr. Die Probleme in Europa stimmen ihn nicht zuversichtlich.

Quelle:Handelsblatt Online

Die deutschen Geschäftsbanken gehen nur mit gedämpfter Zuversicht ins neue Jahr. Grund seien die politischen Unsicherheiten - gerade in Europa. Sorgen macht auch die italienische Krisenbank Monte dei Paschi.

BerlinDie privaten deutschen Geschäftsbanken blicken angesichts des Präsidentenwechsels in den USA, der Brexit-Verhandlungen und anhaltender Probleme in Europa mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2017. Die Banken gingen „mit einer gedämpften Portion Zuversicht“ und einigen Sorgen ins neue Jahr, sagte am Montag der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) Michael Kemmer. Was sich mit dem neue US-Präsidenten Donald Trump ändern werde, sei noch unklar. Allerdings rechnet Kemmer nicht mit einer Rolle rückwärts in der Finanzregulierung.

Große Sorge bereitet den deutschen Banken die Entwicklung in Europa. „Die Währungsunion ist noch nicht über den Berg“, sagte Kemmer. Skeptisch stimme die Entwicklung bei der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena, die wohl mit Staatsgeld unterstützt werden wird. Zwar ließen die neuen europäischen Regeln ein solches Vorgehen als Ausnahme zu, sagte Kemmer. Es sei aber kein gutes Zeichen, wenn gleich bei der ersten größeren Schieflage wieder die Steuerzahler und nicht die Eigentümer und Gläubiger in Haftung genommen würden, wie es die Restrukturierungs- und Abwicklungsregeln eigentlich vorsehen.

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Das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union schade allen in Europa. Der Finanzplatz Deutschland mit Frankfurt aber habe immerhin die Chance, zumindest teilweise zu profitieren, sagte Kemmer. Die britische Regierung hat angekündigt, im März den Antrag zum Ausscheiden aus der EU zu stellen. Finanzfirmen befürchten, nach einem Brexit den Zugang zum EU-Binnenmarkt zu verlieren. Einige Institute erwägen deswegen, zumindest zum Teil in ein anderes EU-Land umzuziehen.

Dass es für die deutschen Banken in diesem Jahr leichter wird als im vergangenen, das bleibe vor allem eine Hoffnung, sagte Kemmer. Eine Abkehr der Europäischen Zentralbank (EZB) von den aktuellen Null- oder gar negativen Zinsen würde den deutschen Instituten helfen. Abseits dessen hätten die deutschen Banken einiges getan, um ihre Schlagkraft zu stärken. Der Verband-Hauptgeschäftsführer rechnet daher 2017 nicht mehr mit ähnlichen Marktturbulenzen um die deutschen Großbanken wie im abgelaufenen Jahr. Die massiven Kursrückgänge, wie sie 2016 etwa bei der Deutschen Bank zu verzeichnen waren, seien das Produkt von Spekulationen, sagte Kemmer. „Ich erwarte keine Wiederholung für 2017.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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