Deutsche Börse und LSE: Mit Trick 17 zur Börsenfusion

Deutsche Börse und LSE: Mit Trick 17 zur Börsenfusion

, aktualisiert 03. März 2016, 11:21 Uhr
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Besen, Besen, sei's gewesen: Hier fegt ein Hausmeister an der New York Stock Exchange. Die Börse gehört zum ICE-Konzern, der über ein Angebot für die Londoner LSE nachdenkt.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

Die Deutsche Börse und die LSE heuern momentan so viele Investmentbanken wie möglich an. Damit wollen sie der Konkurrenz ein Gegenangebot so schwer wie möglich machen. Dieser Trick hat sogar einen Spitznamen.

FrankfurtSchwierige Situationen erfordern kreative Maßnahmen: Die Deutsche Börse und ihr Londoner Pendant London Stock Exchange (LSE) wollen gemeinsam eine europäische Superbörse bilden. Das Problem: Andere Wettbewerber wollen das verhindern. Nun haben beide Börsen die Straßenfeger losgeschickt, um das Problem zu lösen.

Beide Börsen rekrutieren gleich reihenweise Investmentbanken und Berater, damit diese für Konkurrenten ausfallen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der so genannten „Street Sweep“ (Straßenfegen) gilt als klassisches Abwehrmanöver, um feindliche Übernahmen zu erschweren. Denn wenn die Firmen für die beiden Börsen arbeiten, können sie von den Konkurrenten nicht mehr mandatiert werden.

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So sollen Deutsche Börse und LSE laut Insidern beim Who-is-Who der Investmentbanken angeklopft haben: Die LSE, die vom britischen Berater Robey Warshaw betreut wird, soll demnach versuchen, die Großbanken Goldman Sachs, JP Morgan, Royal Bank of Canada, Barclays und Société Général zu rekrutieren. Die Deutsche Börse, die von Perella Weinberg betreut wird, versucht sich an der Deutschen Bank, der Bank of America und der HSBC. Die beiden Börsen und die Banken wollten den Berichte nicht kommentieren.


Fusion „unter Gleichen“ geplant

Deutsche Börse und LSE wollen mit einer Fusion „unter Gleichen“ die größte Börse in Europa bilden. Glückt der Deal, dann könnte die Superbörse mit der amerikanischen Konkurrenz mithalten: Die Chicagoer CME und die ICE aus Atlanta gelten als größte Börsenkonzerne der Welt. Am Dienstag hatte die ICE angekündigt, dass sie selbst ein Angebot für die Londoner Börse erwägt. Damit könnte sie die Börsenhochzeit verhindern – oder zumindest den Preis hochtreiben, den die Deutsche Börse für die LSE bieten muss.

Die Banken kommen durch die Anfragen in eine schwierige Lage: Wenn verschiedene Börsen anklopfen, müssen sie sich entscheiden, wem sie die Treue halten. So spielt etwa eine Rolle, zu wem die Banken die langfristigen Kundenbeziehungen pflegen. Manche Banker entscheiden aber auch pragmatisch – und setzen auf die wahrscheinlichsten Gewinner der Übernahmeschlacht. Denn Prämien werden nur bezahlt, wenn der Deal gelingt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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