Deutsche Börse und LSE: Schäuble teilt Skepsis bei London-Sitz

Deutsche Börse und LSE: Schäuble teilt Skepsis bei London-Sitz

, aktualisiert 06. Juli 2016, 15:37 Uhr
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Der Budnesfinanzminister sagte, der Erfolg der Deutschen Börse sei insgesamt wichtig für Deutschland und für den Finanzplatz Frankfurt.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem Brexit-Referendum werden Stimmen laut, die einen Londoner Firmensitz nach der Fusion von Deutscher Börse und LSE für inakzeptabel halten. Auch der Bundesfinanzminister ist skeptisch. Es gebe aber Wichtigeres.

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht den geplanten Hauptsitz der Londoner und Frankfurter Börse nach einer Fusion in der britischen Hauptstadt kritisch. Im Falle eines EU-Austritts Großbritanniens müsse sichergestellt sein, dass für die Börse europäische Regulierungsvorschriften angewendet würden, sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. Der Sitz der Holding sei, abgesehen von diesen Regulierungsfragen, aus seiner Sicht aber nicht das Allerwichtigste – sondern, welche Geschäftsfelder in Frankfurt oder London verblieben. Außerdem hätten die Aufsichtsbehörden bereits klar gemacht, dass im Fall eines britischen EU-Austritts die Deutsche Börse auch künftig den europäischen Regulierungsvorschriften unterworfen sein müsse.

Das Finanzministerium werde nun abwarten, wie die Prüfung der Fusionspläne durch die verschiedenen Aufsichtsgremien ausgehe. Der Erfolg der Deutschen Börse sei für Deutschland und den Finanzplatz Frankfurt sehr wichtig, betonte Schäuble.

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Nach dem Brexit-Referendum haben die Finanzaufsicht BaFin und hochrangige deutsche Politiker deutlich gemacht, dass sie die Ansiedlung der fusionierten Börse in London für nicht akzeptabel halten. Sämtliche regulatorischen Anforderungen können beide Börsenbetreiber wohl nur erfüllen, wenn sie den Sitz in der EU haben.

Schäuble sagte, der Erfolg der Deutschen Börse sei insgesamt wichtig für Deutschland und für den Finanzplatz Frankfurt. Die wenigen großen Börsen lieferten sich einen weltweiten Wettbewerb. Die Deutsche Börse und die LSE hätten viele Argumente vorgetragen, warum sie zusammen eine sehr viel erfolgreichere Rolle im globalen Wettbewerb spielen könnten. Im übrigen sei er der Auffassung, dass nicht die Politik alles am besten entscheiden könne. „In erster Linie müssen solche Entscheidungen im Rahmen der geltenden Regeln durch die betroffenen Unternehmen getroffen werden.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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