Deutsche Exporte: Handel mit Afrika schwächer als mit Schweden

Deutsche Exporte: Handel mit Afrika schwächer als mit Schweden

, aktualisiert 26. April 2017, 11:35 Uhr
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Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft rechnet in diesem Jahr mit schwierigen Geschäften auf den beiden großen Märkten Südafrika und Nigeria.

Quelle:Handelsblatt Online

Die deutschen Ausfuhren nach Afrika sinken auf zwei Prozent der Gesamtexporte. Selbst nach Schweden gehen mehr Exporte. Als besonders schwierige Märkte gelten wegen politischer Unsicherheit Südafrika und Nigeria.

BerlinAfrika verliert für die deutschen Exporteure an Bedeutung. 2016 wurden Waren im Wert von 24,5 Milliarden Euro auf dem Kontinent verkauft, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent an den Gesamtausfuhren. 1990 hatte der Anteil noch bei 2,4 Prozent gelegen. „Die gesamten deutschen Exporte nach Afrika waren geringer als die deutschen Exporte nach Schweden“, erklärte das Statistikamt. Die Importe aus Afrika summierten sich auf 16,6 Milliarden Euro, was einem Anteil an den Gesamtimporten von 1,7 Prozent entspricht und weniger ist als 1990 mit 2,9 Prozent.

Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft rechnet in diesem Jahr mit schwierigen Geschäften auf den beiden großen Märkten Südafrika und Nigeria. „Die politische Unsicherheit in Südafrika lässt das Bruttoinlandsprodukt nur leicht wachsen und sorgt für wenig wirtschaftliche Dynamik“, sagte Hauptgeschäftsführer Christoph Kannengießer. „Nigeria leidet weiterhin unter niedrigen Erdölpreisen.“ Dennoch bleibe das Land attraktiv.

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Nordafrika könnte seinen Anteil am deutschen Export ausbauen, da sowohl Ägypten als auch Tunesien und Marokko auf Wachstumskurs bleiben dürften. Besonders mittelgroße afrikanische Märkte - wie Äthiopien, die Elfenbeinküste, Ghana und Kenia - böten gute Absatzchancen. „Sie verzeichnen teilweise Wachstumsraten von sechs bis neun Prozent und bieten für eine Vielzahl von deutschen Unternehmen sehr interessante Chancen“, sagte Kannengießer.

Das wichtigste deutsche Exportgut im Handel mit Afrika waren Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Anteil von 23,2 Prozent, gefolgt von Maschinen (20,4) und chemischen Produkten (8,9). Aus Afrika kamen hauptsächlich Erdöl und Erdgas nach Deutschland, gefolgt von Kraftfahrzeugen und landwirtschaftlichen Produkten. Wichtigster Absatzmarkt auf dem Kontinent ist Südafrika mit einem Anteil von fast 36 Prozent, gefolgt von Ägypten (18,1) und Algerien (12,9). Auch bei den Einfuhren lag Südafrika deutlich auf dem ersten Platz mit 37,2 Prozent aller afrikanischen Importe nach Deutschland, gefolgt von Tunesien (9,8) und Nigeria (8,3).

Quelle:  Handelsblatt Online
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