Deutsche HSBC-Tochter: Trinkaus braucht für Wachstum frisches Kapital

Deutsche HSBC-Tochter: Trinkaus braucht für Wachstum frisches Kapital

, aktualisiert 15. September 2016, 13:58 Uhr
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Mit einer Kapitalquote von 9,4 Prozent verfügt die HSBC Trinkaus über einen geringeren Puffer als viele andere Geldhäuser. Das will Vorstandschefin Carola Gräfin von Schmettow ändern.

Quelle:Handelsblatt Online

Seit 2013 ist die Düsseldorfer Traditionsbank HSBC Trinkaus um 30 Prozent gewachsen – pro Jahr. Nun peilt das Geldhaus zwar geringere Wachstumsraten an. Doch für die Finanzierung braucht Trinkaus mehr Kapital.

FrankfurtDie Düsseldorfer Traditionsbank HSBC Trinkaus benötig für ihren Expansionskurs in Deutschland zeitnah eine Kapitalerhöhung. Wenn das Geldhaus weiter wachsen wolle, sei mehr Kapital nötig, erklärte Vorstandschefin Carola Gräfin von Schmettow am Mittwochabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). „Über Höhe, Zeitpunkt und Ähnliches darf ich hier nichts sagen – aber ich bin sehr zuversichtlich“, sagte sie unter Verweis auf die Aktionärsstruktur der Bank. Die britische Großbank HSBC hält 81 Prozent an Trinkaus, die LBBW 19 Prozent. Die Düsseldorfer haben mit einer Kernkapitalquote von 9,4 Prozent derzeit einen dünneren Puffer als die meisten Konkurrenten.

Trinkaus wirbt seit 2013 verstärkt um deutsche Mittelständler und ist im Firmenkundengeschäft laut von Schmettow seitdem jährlich um rund 30 Prozent gewachsen. Nun peilt das Institut im Kreditgeschäft geringere Wachstumsraten an und will Unternehmen stattdessen verstärkt komplexere Produkte verkaufen, mit denen – im Gegensatz zum Kredit – auch die Bank gutes Geld verdienen kann. Auf Firmen, die von Trinkaus nur einen Kredit wollen, legt von Schmettow keinen Wert. „Können wir diesen Zustand mittelfristig nicht ändern, dann werden wir den Kredit auch so nicht mehr fortführen.“

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Trinkaus wirbt bei exportorientierten deutschen Firmen mit dem Netzwerk der Mutter HSBC, die vor allem in Asien stark vertreten ist. Alleine in China habe HSBC über 170 Filialen, die Deutsche Bank nur sechs und die Commerzbank drei, sagte von Schmettow. Auch beim Rating und der Marktkapitalisierung stehe HSBC besser da als die Konkurrenz. „In die rund 150 Milliarden Dollar (Marktkapitalisierung) passen locker die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie die UniCredit hinein. Und dann ist immer noch Platz für die Allianz samt Munich Re.“

Von Schmettow setzt bei den Düsseldorfern, die lediglich eine Bilanzsumme von 25 Milliarden Euro haben, voll auf die Schlagkraft des britischen Mutterkonzerns. „Unsere kleine Bilanzsumme spielt für unser Geschäftsmodell kaum eine Rolle, da wir die großen Tickets auf die Londoner Bilanz buchen.“ Zuletzt sei das Institut etwa bei der Finanzierung der Monsanto-Übernahme durch Bayer mit an Bord gewesen, sagte von Schmettow – als einzige Bank aus Deutschland.

Trinkaus verdient das meiste Geld heute mit Großunternehmen und institutionellen Kunden. Weniger als zehn Prozent der Erträge stamme noch aus dem traditionsreichen Geschäft mit vermögenden Privatkunden, sagte die Vorstandschefin. Sie müsse deshalb immer schmunzeln, wenn ihr Institut als „Düsseldorfer Privatbank“ bezeichnet werde. Von Schmettow steht seit Sommer 2015 an der Spitze von Trinkaus. Die Geldpolitik der EZB hält sie – im Gegensatz zu vielen anderen Bankchefs – im Grundsatz für richtig, die Strafzinsen von 0,4 Prozent auf Einlagen bei der Notenbank gehen ihr allerdings zu weit. Inzwischen gebe auch Trinkaus die Negativzinsen an einige große Firmenkunden weiter, die hohe Summen auf den Konten der Bank parkten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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