Deutsche Pfandbriefbank: pbb drosselt Erwartungen für 2018

Deutsche Pfandbriefbank: pbb drosselt Erwartungen für 2018

, aktualisiert 13. November 2017, 11:53 Uhr
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Im Neugeschäft ging die Bruttomarge zurück. Auch die Kapitaldecke ist geschrumpft.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Deutsche Pfandbriefbank erwartet im kommenden Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang. Man werde wieder „konservativer planen“. Erst vor wenigen Tagen wurden die Gewinnprognosen hochgeschraubt. Nun revidierte die Bank.

MünchenDie Deutsche Pfandbriefbank (pbb) macht sich auf einen Gewinnrückgang im nächsten Jahr gefasst. Man könne nicht davon ausgehen, dass die Risikovorsorge wie in diesem Jahr fast bei Null liegen werde, sagte Vorstandschef Andreas Arndt am Montag in Unterschleißheim bei München. „Wir gehen davon aus, dass die Märkte herausfordernd bleiben. Wir werden daher für 2018 wieder konservativ planen.“

Die pbb hatte erst Anfang November die Gewinnprognose für 2017 auf 195 bis 200 Millionen Euro nach oben geschraubt. Anfang des Jahres hatte sie noch mit 150 bis 170 Millionen Euro geplant, bei Rückstellungen von rund 30 Millionen Euro für faule Kredite. Bis Ende September lag die Risikovorsorge aber nur bei drei Millionen. Die gedämpften Aussichten belasteten am Montag auch die Aktie des Nachfolgers der Hypo Real Estate. Sie gab um bis zu fünf Prozent auf 12,38 Euro nach.

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Vorsicht lässt pbb-Chef Arndt auch beim Neugeschäft walten. Die Neufinanzierungen von Immobilien und Kommunen dürften 2017 am unteren Ende der Erwartungen von 10,5 bis 12,5 Milliarden Euro liegen. Bis Ende September hatte die pbb neue Kredite über 7,5 Milliarden Euro ausgereicht. Im Schlussquartal kamen in den vergangenen Jahren im Schnitt knapp dreieinhalb Milliarden dazu. „Wir schauen heute sieben- bis achtmal hin, bevor wir ein neues Geschäft abschließen“, sagte Arndt. Rund die Hälfte der Immobilienfinanzierungen von 6,9 Milliarden Euro kommen aus dem Inland, zehn Prozent aus dem US-Markt, auf den die pbb verstärkt expandieren will.

Die Renditen sind unter Druck: Im Neugeschäft kam die pbb nur noch auf eine Bruttomarge von 160 (Vorjahreszeitraum: 170) Prozent. Dank einer günstigeren Refinanzierung habe die Bank die Nettomarge aber gegen den Markttrend gesteigert, betonte Arndt.

Die komfortable Kapitaldecke der pbb ist geschrumpft, weil die Europäische Zentralbank (EZB) die Bilanzrisiken (RWA) der Banken nun strenger bewertet. Die gewichtete Bilanzsumme sei dadurch per Ende September um zwei Milliarden Euro gestiegen, was die harte Kernkapitalquote auf 17,1 von 19,4 Prozent drückte. Das sei aber immer noch deutlich mehr als die eigene Zielmarke von 12,5 Prozent und die Mindestvorgabe der Aufseher von der EZB, die für 2018 von der pbb 9,3 Prozent verlangen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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