Deutsche Tochterfirma: Verkauf von Generali Leben auf dem Prüfstand

Deutsche Tochterfirma: Verkauf von Generali Leben auf dem Prüfstand

, aktualisiert 13. Juli 2017, 17:14 Uhr
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Der italienische Versicherungskonzern trennt sich vielleicht von seiner deutschen Tochter.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Verkauf der deutschen Tochter Generali Leben könnte dem italienischen Versicherungskonzern Generali Analysten zufolge etwa eine Milliarde Euro bringen. Doch was wird aus ComosDirekt und AachenMünchener Leben?

Frankfurt/LondonDie Nachrichtenagentur Reuters hatte am Mittwoch erfahren, dass der Konzern aus Triest die US-Investmentbank Morgan Stanley beauftragt hat, die Chancen für einen Verkauf von Generali Leben auszuloten. Es wäre der mit Abstand größte Bestand an Lebensversicherungen, der in Deutschland den Besitzer wechselt. Die UBS schätzte den Erlös, den Generali erzielen könnte, auf 700 bis 900 Millionen Euro. „Das scheint strategisch vernünftig“, urteilte Analyst Colm Kelly am Donnerstag. Damit ließen sich einige Probleme lösen. Die Credit Suisse glaubt sogar an einen Verkaufserlös von mehr als einer Milliarde Euro.

Mögliche Käufer für das Portfolio mit mehr als 44 Milliarden Euro Kapitalanlagen seien bereits angesprochen worden, sagten Insider. Für Generali Leben dürften sich vor allem Abwickler wie Viridium, Frankfurter Leben und Athene interessieren. Die Münchener Generali Leben hatte das Neugeschäft mit klassischen Lebensversicherungen mit langfristigen Garantien Ende 2015 eingestellt. Damals waren 1,35 Millionen Verträge im Bestand, aktuellere Zahlen gibt es nicht. In Generali Leben war die traditionsreiche Volksfürsorge aufgegangen.

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Generali betonte, ein Verkauf von Portfolios in Deutschland sei nur eine von mehreren Möglichkeiten. „Dieser Prüfprozess läuft noch“, sagte ein Sprecher. Generali Leben sei von der Niedrigzinsphase stärker betroffen als die deutschen Schwesterfirmen CosmosDirekt und AachenMünchener Leben. Diese hatten sich schon früher auf fondsgebundene und Risiko-Lebensversicherungen konzentriert, weil diese kapitalschonender sind. Generali Leben habe sich in den vergangenen beiden Jahren stark auf Kostensenkungen und Kapitalmanagement konzentriert. „Dadurch ist die Gesellschaft heute in einer sicheren und gesünderen Lage“, sagte der Sprecher. Morgan Stanley wollte sich nicht äußern.

Generali-Chef Philippe Donnet will mit dem Verkauf von 13 bis 15 Töchtern bis 2018 mindestens eine Milliarde Euro erlösen. Zum Verkauf stehen auch die Einheiten in den Niederlanden und in Belgien. Die Generali-Aktie legte am Donnerstag 1,5 Prozent zu.

Der Verkauf geschlossener Bestände von Lebensversicherungen zur Abwicklung - im Fachjargon „Run-off“ genannt - gilt in Deutschland noch als Tabu. Bisher haben nur eine Handvoll meist kleiner Bestände den Besitzer gewechselt: Zuletzt ging die Arag Lebensversicherung an die Frankfurter Leben, hinter der die chinesische Fosun und die BHF-Bank stehen. Einige Versicherer - wie der Branchenriese Ergo - wickeln Bestände ohne Neugeschäft lieber selbst ab als sie zu verkaufen.

Lebensversicherer stehen angesichts der dauerhaft niedrigen Zinsen immer mehr unter Druck. Die Finanzaufsicht BaFin fordert hohe Rückstellungen für die langfristigen Zins-Garantien, die sie gegeben haben und die sich heute kaum noch erwirtschaften lassen. Die Abwicklungsfabriken setzen dagegen auf effiziente Bearbeitung und Größenvorteile. Die Bafin wacht darüber, dass die Kunden nicht schlechter gestellt werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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