Deutsches Finanzsystem: Stabilitätswächter warnen vor Niedrigzins-Risiko

Deutsches Finanzsystem: Stabilitätswächter warnen vor Niedrigzins-Risiko

, aktualisiert 28. Juni 2017, 01:50 Uhr
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Die anhaltend niedrige Zinsen sind den Stabilitätswächtern zufolge ein Problem für das deutsche Finanzsystem.

Quelle:Handelsblatt Online

Die anhaltend niedrigen Zinsen sind laut Stabilitätswächter ein Problem für das hiesige Finanzsystem. Investoren könnten Gefahren unterschätzten. Auch die vermehrten Cyberattacken stellten zunehmend ein Risiko dar.

BerlinDie deutschen Stabilitätswächter sehen anhaltend niedrige Zinsen als Problem für das deutsche Finanzsystem. Viele Investoren seien gleichzeitig auf der Suche nach höheren Renditen und unterschätzten somit möglicherweise Gefahren, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Dienstag in Berlin zum Jahresbericht des Ausschusses für Finanzstabilität. „Das ist ein Risiko, mit dem wir uns sehr intensiv beschäftigen.“

Die Banken hätten zwar ihre Widerstandsfähigkeit gesteigert - „den höheren Risikopuffern stehen aber auch höhere Risiken gegenüber“, sagte Buch. Insgesamt habe sich das deutsche Finanzsystem zuletzt allerdings als robust erwiesen, erklärte der Ausschuss. In dem Gremium sitzen Vertreter von Bundesbank, Bundesfinanzministerium und der Finanzaufsichtsbehörde BaFin.

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Die niedrigen Zinsen belasten den Experten zufolge auch die deutschen Lebensversicherer spürbar. „Es besteht die Gefahr, dass die erwirtschafteten Erträge nicht mehr ausreichen, um den langfristigen Versprechungen nachzukommen.“ Zusammenschlüsse unter diesen Versicherern könne die Risikotragfähigkeit des gesamten Sektors steigern.

Die Preise am Wohnimmobilienmarkt seien zwar seit 2010 vor allem in Großstädten kräftig gestiegen. „Das Risiko einer Preiskorrektur bei gleichzeitig starken Ausfällen von Wohnimmobilienkrediten erscheint weiterhin gering“, hieß es. Deshalb ergebe sich hieraus keine Gefahr für die gesamte Finanzstabilität, sagte Buch. Um gegen aufkommende Risiken im Immobilienbereich vorzubeugen, habe man jüngst per Gesetz bestimmte Instrumente für die BaFin geschaffen, ergänzte Finanzstaatssekretär Thomas Steffen.

BaFin-Chef Felix Hufeld betonte, es sei wichtig, sich hier schon vorab auf Krisen vorzubereiten. „Es wäre grob fahrlässig, wenn man das Feuerwehrauto erst dann anfängt zu bauen, wenn die Hütte schon brennt - das muss dann schon in der Garage stehen.“

Hufeld warnte zudem, Hackerangriffe stellten zunehmend ein Risiko für die Finanzstabilität dar. Cyberattacken auf Daten und IT-Systeme des Finanzsektors hätten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Institute seien auf dem Radar oft auch internationaler Verbrecherbanden. „Die wahren gefährlichen Attacken sind mafiös kriminell organisiert“, sagte Hufeld.

Quelle:  Handelsblatt Online
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