Deutschland blickt auf die USA: Wahlfieber bei Donuts und Popcorn

Deutschland blickt auf die USA: Wahlfieber bei Donuts und Popcorn

, aktualisiert 09. November 2016, 02:22 Uhr
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Teilnehmer verfolgen bei einer Veranstaltung der Democrats Abroad die US-Präsidentenwahl im Institute for Cultural Diplomacy in Berlin.

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-Präsidentschaftswahl fasziniert nicht nur die US-Amerikaner - auch viele Deutsche wollen . Überall in der Republik bieten Wahlpartys Gelegenheit, das Rennen hautnah mitzuverfolgen.

Berlin / StuttgartAm Eingang grüßen Hillary Clinton und Donald Trump als Pappfiguren, alles ist in Rot-Blau-Weiß getaucht und für Hungrige stehen Hamburger, Donuts und Popcorn bereit. So oder ähnlich fieberten Tausende auf Wahlpartys in Deutschland dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahl entgegen.

In Berlin waren die Sympathien klar verteilt: Auf der Party der Bertelsmann-Repräsentanz waren Anstecker mit den Gesichtern der Demokratin Clinton und ihres Vize-Kandidaten Tim Kaine deutlich häufiger zu sehen als jene des republikanischen Kontrahenten Donald Trump.

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Podiumsdiskussionen und Burger

Mehr als 700 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren der Einladung der Nachrichtensender CNN und n-tv sowie des Magazins "Stern" gefolgt, um das Finale der US-Wahlen live mitzuerleben. Zu den geladenen Gästen gehörten unter anderem Grünen-Chef Cem Özdemir, die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sowie US-Botschafter John B. Emerson. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil redete mit Blick auf Trump Klartext: "Es ist ein verheerendes Zeichen, wenn jemand mit einer solchen Strategie der Spaltung, Polarisierung und der Demütigung ganzer Wählerschichten Erfolg hat."

Wenige Stunden vor den ersten Hochrechnungen in der Nacht zu Mittwoch hatten sich auch im Südwesten der Republik Hunderte Menschen versammelt, um den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl zu verfolgen. In Stuttgart kamen rund 400 Gäste schon früh am Abend zusammen, um mit Podiumsdiskussionen und amerikanischem Essen die Wahlnacht einzuläuten.

Auch zu Wahlpartys in Tübingen, Freiburg und Heidelberg hatten sich jeweils mehrere hundert Interessierte angemeldet. Laut Statistik leben in Baden-Württemberg 16 600 US-Amerikaner und zusätzlich - nach Schätzungen der Landeszentrale für politische Bildung - rund 20 000 Menschen, die zu den US-Streitkräften und deren Familien gehören.

Bei der Wahlparty des amerikanischen Konsulats, des Amerikazentrums und der Bucerius Law School in Hamburg herrschte großer Andrang. Generalkonsul Richard T. Yoneoka eröffnete die Feier im Auditorium der Universität. Zu einer Einschätzung des Wahlergebnisses wollte er sich dabei nicht hinreißen lassen: "Es ist für mich gegen das US-Gesetz einen Kandidaten zu bevorzugen. Und ich werde heute Abend nicht das Gesetz brechen."


Hillary Clinton bekommt den meisten Zuspruch

In Frankfurt/Main begann die Wahlnacht mit einer Flaggenparade und dem Auftritt einer Band. Deutlich früher als das Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten sollten die "Straw Poll"-Ergebnisse feststehen: Traditionell wird unter den Gästen eine eigene interne Wahl veranstaltet.

Bei der abendlichen Wahlparty der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz hofften und bangten etwa 170 Gäste - Deutsche und Amerikaner. Wimpel, Fähnchen und Buttons mit den "Stars and Stripes" dominierten die Szene. Die meisten Besucher schlugen sich auf die Seite von Hillary Clinton.

In der Region rund um Kaiserslautern ist das Interesse besonders groß. Viele Studenten waren zu der Wahlparty gekommen, aber auch US-Amerikaner, die seit vielen Jahren hier leben. Immerhin liegt in direkter Nachbarschaft die US-Airbase Ramstein. Schätzungen zufolge leben hier mehr als 50 000 amerikanische Soldaten, ihre Familien sowie Pensionäre.

Die US-Generalkonsulin in München, Jennifer Gavito, gab sich diplomatisch wie ihre Amtskollegen: Die Beziehung zwischen Deutschland und den USA werde sich nach den Präsidentschaftswahlen nicht ändern - egal, wer künftig im Weißen Haus sitzt, bemerkte sie am bei der Wahlparty des Konsulats im bayerischen Landtag. "Amerika braucht starke Verbündete in Europa."

Quelle:  Handelsblatt Online
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