„Deutschlands beste Arbeitergeber“ 2016: Anleitung zum Glücklichsein

„Deutschlands beste Arbeitergeber“ 2016: Anleitung zum Glücklichsein

, aktualisiert 17. März 2016, 12:20 Uhr
Bild vergrößern

Das sind alle 100 Gewinner, die wir gestern in Berlin als Deutschlands beste Arbeitgeber gemeinsam mit dem Great Place to Work Institut geehrt haben.

(Foto: Gero Breloer)

von Martin TofernQuelle:Handelsblatt Online

Vertrauen, Stolz, Teamgeist sind Schlüsselwerte für „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ – einen Wettbewerb, den das Handelsblatt präsentiert.

BerlinBei allen Unterschieden haben die Gewinner des Wettbewerbs "Deutschlands Beste Arbeitgeber 2016" doch eines gemeinsam: Das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter hat hohen Stellenwert. Dabei geht es nicht nur um eine freundliche Arbeitsumgebung, sondern um alle Aspekte des Arbeitslebens, inklusive Freizeitgestaltung.

Frank Hauser, Geschäftsführer des Instituts Great Place to Work, bringt es auf den Punkt: "Die Siegerunternehmen zeichnet eine Beziehung zu den Beschäftigten aus, die in besonders starkem Maße durch Vertrauen, Stolz und Teamgeist geprägt ist." Typisch für sie: Rund 90 Prozent ihrer Beschäftigten erleben laut Hauser das Unternehmen ausdrücklich als sehr guten Arbeitgeber. Die Unternehmen hätten diese Qualitäten in einem offenen Dialog und einem Prozess der kontinuierlichen, gemeinsamen Entwicklung geschaffen. Das helfe, die Herausforderungen des Wettbewerbs besser zu bewältigen als ihre Konkurrenten. Die Basis für das Ranking ist eine Benchmark-Studie von Great Place to Work.

Anzeige

"Für uns ist ein wichtiger Aspekt, dass wir auf unsere Arbeit stolz sind", sagt Kirsten Bildhauer, Personalchefin beim Netzwerkspezialisten Cisco in München, Sieger in der Kategorie 501 bis 2.000 Mitarbeiter. Vor einem Jahr hat das Unternehmen mit der Belegschaft einen sogenannten "People Deal" geschlossen. Das Motto: "Was kann jeder Einzelne von uns tun, damit es für uns alle ein toller Tag wird?"

Natürlich hat das Unternehmen die Beschäftigten auch danach gefragt, was angenehme Rahmenbedingungen für sie wären. Ein wesentlicher Aspekt war das soziale Engagement. "Unseren Mitarbeitern geht es gut und deshalb möchten sie der Gesellschaft etwas zurückgeben", sagt Personalchefin Bildhauer. Cisco unterstützt die Ehrenamtlichen durch bezahlte Fehlzeiten. "Wir pflegen eine offene und hilfsbereite Kultur, die jedwede Unterstützung anbietet", sagt Bildhauer. Auch spielt bei Cisco die Gestaltung der Büros eine Rolle. So gibt es gemütliche Räume, in denen sich Mitarbeiter abteilungsübergreifend austauschen können. Bildhauer sucht stets nach Möglichkeiten für weitere Verbesserungen. "Wertesysteme verändern sich, stehen bleiben geht einfach nicht", sagt sie.

Gesellschaftliches Engagement steht auch bei Daimler Financial Services weit oben auf der Agenda. "Es führt noch einmal zu einer anderen Motivation, wenn Sie mit dem Chef Schulter an Schulter einen Spielplatz in der Nachbarschaft renovieren", erklärt Sprecher Andreas Spannbauer. "Dann haben Sie ein ganz anderes Gefühl der Zusammengehörigkeit." Der Finanzdienstleister des Daimler-Konzerns liegt in der Kategorie 2.001 bis 5.000 Mitarbeiter vorn.

Oberstes Firmenziel sei die Zufriedenheit der Kunden, so Spannbauer. "Die wichtigste Voraussetzung dafür sind motivierte Mitarbeiter. Insofern ist Mitarbeiterzufriedenheit einer unserer wichtigsten strategischen Erfolgsfaktoren." Es gehe um eine Kultur des Vertrauens. Zitat eines Mitarbeiters: "Ich kann jeden Arbeitstag mit einem Lächeln beginnen. Ich kann dafür eigentlich keinen konkreten Grund nennen - es ist einfach der Mix."

Wie wichtig die Arbeitsplatzkultur für den Geschäftserfolg ist, darüber herrscht Einigkeit. "Mitarbeiter, die ein hohes Maß an Vertrauen, Wertschätzung und Unterstützung erleben, sind deutlich engagierter, leistungsbereiter und offener beziehungsweise initiativer bei Veränderungen", sagt Experte Hauser. Bei Volkswagen Financial Services, Sieger bei Unternehmen mit mehr als 5 000 Mitarbeitern, loben die Beschäftigten die einzigartigen Sozialleistungen sowie die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. So können alle Mitarbeiter einen kostenlosen Gesundheits-Check-up während der Arbeitszeit absolvieren.

Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird unterstützt, namentlich durch das betriebseigene Kinderhaus "Frech Daxe". Es gibt auch Bewegungs- oder Sprachförderung. Generell betrachten sich die Mitarbeiter als wertgeschätzt: "Ich fühle mich hier sicher mit dem Wissen, dass ich einen zuverlässigen, fairen, verlässlichen Arbeitgeber habe", sagt ein Beschäftigter.

Das Münchener Softwarehaus QAware, Sieger bei Unternehmen mit über 50 Beschäftigten, versucht, "die Arbeit zu einem wertvollen Teil des Lebens zu machen", erläutert Geschäftsführer Bernd Schlüter. Alle Beschäftigten des Betriebs sollen sich auf Augenhöhe begegnen. "Manager sind bei uns nicht die besseren Menschen. Wir leben von der Dynamik, die in den Führungsteams aus Technologen und Projektmanagern entsteht." Seine Mitarbeiter pflegten einen sehr offenen Umgang miteinander - alle seien per Du.

Wichtiger als außerordentliche finanzielle Zuwendungen sei individuelle Hilfe zur richtigen Zeit - etwa ein Kredit für ein neues Auto. Die Maßnahmen zusammen sorgen bei QAware offensichtlich für ein besonderes Klima. "Ich kenne keine Firma, in der der Umgang miteinander so ehrlich, geradlinig, so politik- und intrigenfrei ist wie bei QAware", lobt ein Mitarbeiter. Das bestätigt schon die äußerst geringe Abwanderungsquote, sie liegt bei unter drei Prozent. Selbst eine Kündigung wird respektiert. "Wer geht, verlässt uns aus triftigen persönlichen Gründen und wird von uns gebührend verabschiedet", sagt Schlüter.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%