Devisen: Nicht genügend Beweise für Tricksereien

Devisen: Nicht genügend Beweise für Tricksereien

, aktualisiert 15. März 2016, 18:22 Uhr
von Katharina SlodczykQuelle:Handelsblatt Online

Die britische Behörde für schwere Wirtschaftsverbrechen beendet die Untersuchung zu möglichen Devisentricks von Banken. Während sie auf der Insel keine Verurteilung fürchten müssen, dauern die Ermittlungen in den USA an.

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Für eine strafrechtliche Verfolgung habe es bei Devisentricksereien laut der britischen Behörde für schwere Wirtschaftsverbrechen nicht genügend Beweise gegeben.

LondonDie Erwartungen waren hoch: Die Vorwürfe in der Affäre um mögliche Devisenmarkttricksereien seien „mindestens genauso schwerwiegend“ wie im Skandal um die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor, sagte der damalige Chef der britischen Finanzaufsicht FCA Martin Wheatley Anfang 2014. Nur wenige Monate später hat daher die britische Behörde für schwere Wirtschaftsverbrechen Serious Fraud Office (SFO) eine offizielle Untersuchung auf den Weg gebracht, um mögliche Anklagen in dem Fall zu prüfen.

Jetzt haben die Ermittler ihr Ergebnis vorgelegt: Man habe nicht genug Beweise gefunden, um eine strafrechtliche Verfolgung zu rechtfertigen, teilte die Behörde am Dienstagnachmittag mit. Man habe mehr als eine halbe Million Dokumente gesichtet. Die Aussichten auf eine strafrechtliche Verurteilung seien aber nicht realistisch. Die Ermittlungen würden daher beendet.

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Zumindest vom SFO haben Devisenhändler in dieser Sache daher nichts mehr zu befürchten. In den USA dauert dagegen die Untersuchung des dortigen Justizministeriums an. Und man werde weiterhin mit der US-Justiz zusammenarbeiten, heißt es in der Mitteilung des SFO.

Internationale Großbanken haben in der Devisenmarktaffäre Strafen von etwa zehn Milliarden Dollar gezahlt. Aufsichtsbehörden werfen Devisenhändlern vor, elektronische Chatrooms für fragwürdige Absprachen genutzt und so Währungen beeinflusst zu haben. „Durch die Absprache, zu gewissen Zeiten nicht zu kaufen oder zu verkaufen, schützten die Händler die eigenen Handelspositionen, in dem sie Angebot oder Nachfrage für Währungen zurückhielten und so den Wettbewerb auf dem Devisenmarkt einschränkten“, teilte US-Behörden im Frühjahr vergangenen Jahres mit, als sie Milliardenbußgelder gegen eine Reihe von Banken verhängten, darunter Barclays, UBS und Citigroup.

Dass die SFO die Banken jetzt vom Haken lässt, dürfte neue Kritik an der Behörde auslösen. Zuletzt waren die Ermittler bereits unter Druck geraten, weil ein Londoner Gericht Anfang des Jahres sechs Angeklagte im Prozess wegen der Manipulation des Libor freigesprochen hatte.

Weltweit sind in der Libor-Affäre 30 ehemalige Bankmitarbeiter angeklagt worden. In Großbritannien ist bisher nur der ehemalige UBS- und Citigroup-Händler Tom Hayes in der Sache zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ursprünglich waren es 14 Jahre, die Haftstrafe ist später auf elf Jahre gesenkt worden.

Derzeit steht Hayes in London erneut vor Gericht und kämpft um ein Millionenanwesen außerhalb von London, das er kurz vor seiner Festnahme auf seine Frau umschreiben ließ. Laut SFO hat er das Haus mit Geld finanziert, zu dem er auf illegale Art und Weise gekommen sei. Es solle daher beschlagnahm werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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