Die Chef-Beraterin: Frauen macht Euch keine Hoffnung!

Die Chef-Beraterin: Frauen macht Euch keine Hoffnung!

, aktualisiert 16. November 2016, 09:57 Uhr
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Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Quelle:Handelsblatt Online

In der Freizeit schlampig angezogen, aber im Business top gestylt? Oder andersherum? Mitnichten! Der Kleidungsstil eines Mannes ändert sich nicht – egal ob er Jeans oder Anzug trägt.

Letztens im Flugzeug, Gangplatz, Frankfurt–München, eine Stunde Flugzeit. In der Dreier-Reihe neben mir sitzen zwei Frauen. Ich nehme an, sie sind Arbeitskolleginnen. Davon kann man jedenfalls ausgehen, denn beide haben dieselbe Mappe vor sich, wohl eine Präsentation, und gehen die zusammen durch. Viel Text, viele 08/15 Bilder. Ich gucke demonstrativ in meine Zeitung, natürlich schiele ich trotzdem nach links. Unauffällig.

„Ach, ich wollte dir ja den Michael zeigen“, höre ich die eine sagen und zack, hat sie ihr iPad in der Hand. Und zack, war ich auch wieder voll da. Interessant. Ich war auch gespannt auf Michael. Hoffentlich erkenne ich was. „Warte… wo isser denn?“ Die Michael-Frau scrollt hektisch auf ihrem iPad rum. „Ahhhh, guck mal, hier ist er. Nur ein Foto aus dem Internet. Sieht in echt natürlich viel, viel besser aus.“ (Natürlich…, denke ich mir).

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Ein großes, auch für mich gut sichtbares Bild von einem Mann, ich sag mal, Ende 40, poppt auf.

Berufsbedingt kann ich scannen, sogar ziemlich schnell: Die Seite einer Unternehmensdarstellung, wahrscheinlich handelt es sich um einen Controller oder irgendwen aus der Unternehmenskommunikation. Er, also Michael, lehnt an einem Stahlpfosten (gähn), sein Anzug ist schlimm, sein Hemd, seine Krawatte… naja. Haarschnitt! Der Haarschnitt. Das geht gar nicht!

Gern würde ich was tun. Kann aber nicht. Meine Sitznachbarin plappert munter weiter drauf los: „Wir kennen uns noch nicht lange, haben uns auch erst zweimal getroffen, aber nächstes Wochenende sehen wir uns und gehen zusammen essen. Ich bin soooo gespannt, wie er in Freizeitklamotten aussieht.“ Die Kollegin guckt interessiert das Foto an: „Ja, das ist doch immer spannend dann. Was es wohl für ein Typ ist?“


Wer uncoole Jeans trägt, trägt auch uncoole Anzüge

Ich halte die Luft an. „Was das wohl für ein Typ ist?“ Sorry, meine lieben Damen, würde ich gern sagen, ich kann euch schon jetzt sagen, was das für ein Typ ist. Genauso wie er Business trägt, wird er Freizeit tragen. Macht Euch bloß keine Hoffnungen! Also, den optischen Reißer wird sie, die Michael-Frau, auch in „Freizeit“ nicht bekommen.

Ich frage mich immer, wieso alle Welt glaubt, dass es da einen Unterschied gibt? Anhand der Freizeitkleidung kann man sich doch genau vorstellen, wie jemand im Business aussieht. Dennoch herrscht da immer so eine gewisse Erwartungshaltung: Läuft privat komplett stillos rum, aber im Businessdress ist er bestimmt top. Genauso Andersrum: Warum soll denn jemand, der zum Beispiel einen zu großen Anzug trägt, dazu ein Hemd mit leicht schrabbeligem Kragen und einer geschmacklosen Krawatte, privat besser angezogen sein?

Wie soll denn einer, der privat, vielleicht teuer, aber geschmacklos angezogen ist, in einem Anzug gut aussehen? Wer uncoole Jeans trägt, der trägt auch uncoole Anzüge und lässt das Jackett offen. So sieht‘s nämlich aus. Ein Anzug ist nicht ein Anzug. Eine Jeans ist nicht eine Jeans. Dunkelblau macht es da übrigens auch nicht.

Meine Herren, das ist natürlich nicht nur ein Männerding. Eine weibliche Granate in Jeans ist auch eine Granate im Business-Outfit und umgekehrt.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und MEMBER OF THE 55. Außerdem ist sie Autorin.

Quelle:  Handelsblatt Online
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