Die Chef-Beraterin: Idioten überall

Die Chef-Beraterin: Idioten überall

, aktualisiert 15. Februar 2017, 16:06 Uhr
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Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Quelle:Handelsblatt Online

Wer in der Geschäftswelt tätig ist, kann sich vor Deppen kaum retten. Gerne würden viele ihrem Ärger über die dreisten Nichtskönner einmal Luft machen. Doch diesen Fehler sollte man tunlichst vermeiden.

Der Cartoonist Gary Larson hat in seiner berühmten Reihe „Far Side“ oft Gott gezeichnet. Großartig: Ein bärtiger Schöpfer thront über seinem Werk und platziert Bäume, Reptilien und Menschen unterschiedlicher Hautfarbe. Und dann, „um das Ganze interessanter zu machen“, streut er großzügig Idioten darüber. Isso.

Wo man sich auch umschaut: Es gibt wahnsinnig viele Deppen. Menschen, die ihren Job nicht richtig machen, die keine Ahnung haben, keine Haltung, keine Meinung, keinen Stil, keine Begabung. Und dennoch mischen sie überall mit, gerade im Business. Komisch. Vielleicht lassen sich die Defizite im Privaten besser verbergen. Auf der großen Plattform der Konkurrenten und Märkte treten sie dann plötzlich ungeschönt in Erscheinung: die Nassgeschwitzten und die Nichtschwimmer.

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Wie oft am Tag denkt man: Diese Idiotin, dieser Depp! Ein Beispiel: Man präsentiert einen Pitch, der geneigte Auftraggeber ist eigentlich völlig hingerissen vom Konzept. Aus unerfindlichen Gründen schaut er sich dennoch zwei weitere Angebote an. Ja, von wem denn wohl? Von dem Vollpfosten, der noch nie was Eigenes auf die Beine gestellt hat, der immer nur spitzelt, was es bei uns Neues gibt und dann das gleiche macht.

Einatmen. Nix sagen. Schon gar nichts Negatives. Niemals! Wenn es Ihnen noch so sehr auf der Zunge liegt, auch wenn Sie aus ganz sicherer Erfahrung wissen, dass Ihr Mitbewerber schlechtere Qualität liefert, unzuverlässig ist, unsauber arbeitet. Bleiben Sie ruhig.


Alles Eitelkeiten

Natürlich gibt es Menschen, zu denen Ihnen nicht viel Gutes einfällt. Sie kennen schließlich das Geschäft. Wenn man so manchen Namen hört, gehen fünf rote Lampen an. Mit dem einen oder anderen haben Sie vielleicht schlechte Erfahrung gemacht. Unter Ihren Mitbewerbern mag manch einer sein, der Ihnen Aufträge weggerissen hat, auf vielleicht nicht Gentleman-like Art...

Am liebsten würden Sie der Welt sagen, was für Pfeifen das sind, wie schlecht sie arbeiten, wie menschlich grausam sie sind. Gerade, wenn es um Wettbewerber geht. Aber seien wir doch mal ehrlich: Das sind doch alles Eitelkeiten. Der Konkurrent kann Ihnen nur deshalb Konkurrenz machen, weil er ähnliche Dinge tut wie Sie. Und wahrscheinlich auch noch ganz gut. Sonst wäre er ja kein ernsthafter Mitbewerber.

Wir würden halt einfach mal gern schlecht über jemanden reden, damit wir selber ein bisschen besser dastehen. Wer kennt das nicht? Es geht jedem so. Es muss mal gesagt werden, die Rechnung muss beglichen werden. Ich sage Ihnen: Tun Sie es nicht. Erzählen Sie es lieber abends Ihrem Mann, Ihrer Frau, Ihren Freunden oder wem auch immer. Aber lassen Sie es im Business.

Egal, wie auch immer Ihr Gegenüber nicken wird, vielleicht sogar freudig zustimmen. Es bleibt ein fahler Beigeschmack. Und zwar nicht bei Ihrem Konkurrenten, sondern bei Ihrer Person. Es fällt auf Sie zurück. Im Business schlecht über andere zu sprechen ist daneben und unprofessionell. Das geht gar nicht!

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und MEMBER OF THE 55. Außerdem ist sie Autorin.

Quelle:  Handelsblatt Online
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