Die Chef-Beraterin: Vom Hosenanzug zum Power-Suit

Die Chef-Beraterin: Vom Hosenanzug zum Power-Suit

, aktualisiert 03. Mai 2017, 10:52 Uhr
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Die weibliche Interpretation des männlichen Anzugs, perfekt für die Figur geschnitten.

Quelle:Handelsblatt Online

Hillary Clinton hat es vorgemacht: Aus dem klassischen Hosenanzug kann ein modernes, umwerfend elegantes Kleidungsstück werden. Wer damit im Geschäftsleben auftrumpfen will, sollte aber auf die Details achten.

Okay: Ins Weiße Haus hat sie es nicht geschafft, aber dafür hat sie wieder ein Kleidungsstück für Frauen in Mode gebracht, das man lange so gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Ein Kleidungsstück, das – gerade weil es so unaufgeregt daher kommt – dennoch Mut und ein gutes (Träger-)Auge erfordert. Ich spreche von Hillary Clinton.

Und weil natürlich ihre äußere Erscheinung im Wahlkampf genauso beobachtet wurde wie das, was sie zu sagen hatte, musste ein Plan her. Ein Plan für eine Frau, die keine Modeikone wie manche Schauspielerin oder Michelle Obama mit ihren ärmellosen Etuikleidern ist. Aber jemand, der auf jeden Fall auch optisch einen USP braucht, einen eigenen Stil.

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Deshalb beschlossen sie und ihre Berater dem ganz gewöhnlichem Kleidungsstück, welches sie so liebt und worin sie sich wohlfühlt, Power zu geben: der Kombination von Jackett und Hose – die weibliche Interpretation des männlichen Anzugs und zwar perfekt für ihre Figur geschnitten. Entweder unifarben oder als zweifarbiges Ensemble, dann aber immer mit einem „Power-Jackett“.

Das i-Tüpfelchen war , dass sich nicht nur auf die üblichen Farben blau, anthrazit oder schwarz beschränkt hat, sondern dass sie im Laufe des Wahlkampfes konsequent alle Farben gezeigt hat, die man so tragen kann. Richtige Knallfarben. Dunkelblau und Schwarz waren ihr oftmals zu dezent, Pastellfarben zu soft. Ein knackiges Pink sagt dagegen: „Ich bin stark! Und ich habe vor nichts und niemandem Angst!“.

Ja. Hillary Clinton hatte ihren Stil gefunden, „einen zeitlosen ästhetischen Look, der für sie geeignet ist“, wie etwa die „Washington Post“ beschrieb. Der britische „Telegraph“ befand sogar: „Sie ist ein begeisterter Kollaborateur mit Planet Fashion geworden.“

Ein auf den ersten Blick stinknormaler Hosenanzug wurde auf einmal Power-Suit genannt. Weil sie ihn souverän, gediegen, gleichzeitig glaubhaft und sehr modisch trug. Die Liebe zum Detail machte aus einem klassischen Hosenanzug ein modernes, umwerfend elegantes Kleidungsstück. Sie hat variiert, soweit es diese Outfits erlauben: in der Farbe, der Länge der Jacke, dem Halsabschluss, dem Material. Nie over- oder gar underdressed.


Der Schnitt macht den Tag

Und weil das so gut aussah, haben die Designer schnell geschaltet und dieses „Business-Power-Suit“ auf unterschiedlichste Weise interpretiert und „neu aufgelegt“: von Max Mara, Calvin Klein bis Bottega Veneta; Jil Sander sogar mit Mafiaboss-Schultern; Stella McCartney, Celine, Versace. Endlich keine Leggings oder Sweatshirts, nein, Blazer und Hosen eng geschnitten oder oversize , mit Bügelfalte und ohne.

Und natürlich ist ein Hosenanzug ist nicht gleich ein Hosenanzug. Warum soll es uns auch besser gehen, als den Männern. Wie beim Herrenanzug macht auch bei uns Frauen der Schnitt den Tag. Die klassische, gerade oder ausgestellt geschnittene Business-Hose muss die richtige Länge haben. Und zwar unabhängig, ob flache Schuhe oder die geliebten High-Heels – in keinem Fall darf der Saum unschöne Falten werfen. Das geht gar nicht! Tja, und das Jackett – es muss perfekt sitzen. An den Schultern, die Ärmel nicht zu lang und so weiter.

Spätestens seit Juliette Binoche in einem türkisfarbenen Hosenanzug auf einer Abendveranstaltung zu bewundern war, hat man gesehen wie sexy und erfrischend unkonventionell doch so ein Hosenanzug statt Abendkleid sein kann. Top! Die Wirkung: Immer angezogen, immer souverän.

Der Hosenanzug ist mit die selbstbewussteste Uniform für Frauen (nicht nur im Business), seit es Kostüme gibt. Und das rate ich allen Business-Frauen: Suchen Sie sich ein USP, ein Alleinstellungsmerkmal. Und wenn es auch Richtung Hosenanzug gehen soll, dann sparen Sie nicht am Schnitt und einem richtig guten Lippenstift und hängen Sie sich drei solcher Anzüge (natürlich in verschiedenen Farben) in den Schrank. Ein eiskalt stahlblauer Anzug mit auberginefarbenen Lippen. Mega! Letzlich wenig Aufwand mit viel Wirkung.

Ihr morgendlicher Stresspegel wird es Ihnen danken. Und Sie werden umwerfend aussehen!

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und MEMBER OF THE 55. Außerdem ist sie Autorin.

Quelle:  Handelsblatt Online
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