Die Chef-Beraterin: Wenn Männer Halt suchen – dann oftmals mit Gel

Die Chef-Beraterin: Wenn Männer Halt suchen – dann oftmals mit Gel

, aktualisiert 13. April 2016, 15:17 Uhr
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Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Quelle:Handelsblatt Online

Es wird viel über No-Gos im Business gesprochen, von schlechtsitzenden Anzügen über abgelaufene Schuhe bis hin zu Kurzarmhemden. Unter den Stylingsünden leider völlig unterbelichtet: Der exzessive Gebrauch von Haargel!

Was haben wir uns im Pakt mit der Kosmetikindustrie ins Zeug gelegt, um die Botschaft durchzubringen: Pflege, Pflege, Pflege – von der kleinen Zehe bis zum Kopf. Nein, aufstehen, anziehen und rausgehen reichen nicht. Das einzige, was aber noch viel, viel schlimmer ist als überhaupt keine Pflege, ist ein Haufen Gel, der die Haare in einen Helm verwandelt. Das geht gar nicht!

Sie kennen die Typen, oder? Groß und Blond, die leicht gelockten Haare mit einer ölig glänzenden Masse am Kopf festgeklebt. Man möchte sie fragen, ob sie vielleicht das Geld für den Friseur sparen wollten; oder ob ihnen möglicherweise die Zeit zum Haare waschen gefehlt hat. Oder,  ob sie wirklich der Meinung sind, ihr Style sei irgendwie… Ja, was eigentlich? Cool?

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Eine bei Berührung knisternde Haarpracht erinnert einen doch immer schmerzlich an die Achtziger. Klebrige Gelklumpen lassen nun mal nicht allzu viel Bewegungsspielraum; und die Gele, die eine leichtere Textur haben, gilt es eben auch entsprechend zu dosieren. Das Ganze wird übrigens leider überhaupt nicht besser, wird die grausame Gelfrisur mit zu engen Hosen, einer überdimensionalen Gürtelschnalle oder einer fetten Goldkette kombiniert.

Klar gibt es Ausnahmen. Wenn Sie Christiano Ronaldo heißen, können Sie alles tragen. Auch nach hinten gegelte Haare. Ihre Frisur muss ja dann auch verrückte Dinge überstehen, die aber nun mal im Alltag von Herrn Mutzel aus Hannover nicht vorkommen. Deswegen sollte Herr Mutzel ganz auf Gel verzichten; Wannebe-Punk geht gar nicht. Herr Plöters, gleiche Abteilung, kurze Haare mit Seitenscheitel, darf gelen. Aber wirklich nur ein bisschen, keine wilden Styles, kein Haarlack drüber.

 


Der persönliche Fehler von Karl-Theodor zu Guttenberg

Übrigens kennt die englische Sprache den passenden Ausdruck für den gegelten Helm: „Dutch Prince“. Eine Erweiterung unseres „Prinz Eisenherz“ sozusagen: Gleicher Schnitt, nur mit Gel. Angeblich haben die Niederländer den größten Pro-Kopf-Verbrauch an Gel, daher wird das kommen, vermute ich.

Natürlich dürfen Sie durchaus Styling-Produkte verwenden. Wenn Sie es können. Wenn Sie es aber nicht können, einfach Gel drauf klatschen und ankleben – lassen Sie das, bitte! Und dann noch ein Tipp. Ich dachte, das sei eine Selbstverständlichkeit, aber naja. Also, die Herren: Jedes, und zwar wirklich jedes Styling-Produkt muss man auswaschen. Nicht einfach drauf schlafen und am nächsten Tag in Form biegen. Bitte nicht.

Das ist eine einfache, aber hilfreiche Regel – sonst ergeht es den Herren Mutzel und Plöters am Ende wie Karl-Theodor zu Guttenberg. Der gestand beim Handelsblatt Deutschland-Dinner in New York kürzlich persönliche Fehler ein: „Ich hatte auch zu viel Gel in meinen Haaren.“

 

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und 55dresscodeberater.de. Außerdem ist sie Autorin.

Quelle:  Handelsblatt Online
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