Digitalisierung : Banken klammern sich an veraltete Technik

Digitalisierung : Banken klammern sich an veraltete Technik

, aktualisiert 25. Mai 2016, 09:10 Uhr
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Für viele Frankfurter Banken stehen Veränderungen an. Die Digitalisierung hat große Auswirkungen auf ihr Geschäft.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die deutschen Banken wissen, dass sie mehr für die Digitalisierung ihres Geschäfts tun müssen. Trotzdem reagieren die Geldhäuser nur zögerlich, wenn es um die Modernisierung veralteter Technik geht, meint eine Beratungsfirma.

Frankfurt Die Digitalisierung und neue Wettbewerber - junge Finanztechnologieunternehmen, kurz Fintechs genannt - werden das Geschäft der Banken hierzulande stark verändert. Dass sie darauf reagieren müssen, ist den Geldhäusern dabei zumindest in der Theorie auch klar: 55 Prozent der Geldhäuser befürchten, dass ihre Erträge andernfalls in den kommenden zwei bis fünf Jahren um mehr als zehn Prozent sinken.

Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung ZEB, die dafür rund 250 Manager aus 70 Geldhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt haben.

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Immerhin 50 Prozent der Befragten fürchten zudem, mindestens zehn Prozent der Kunden an Wettbewerber zu verlieren, wenn sie nicht gegensteuern. Und wenn eine Kunde erst einmal gewechselt ist, ist es schwierig, ihn wieder zu gewinnen. Trotzdem seien die Banken bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen zögerlich, stellt ZEB fest.

Nur jede fünfte Bank sehe hohen Handlungsbedarf, wenn es um die Überarbeitung der IT-Systeme gehe. Es sei eine große Herausforderung für die Geldhäuser, das Zusammenspiel zwischen ihrer IT und den Fachbereichen zu verbessern, sagte ZEB-Partner André Ehlerding. Die IT vieler Geldhäuser gilt als veraltet. Allerdings ist es auch schwierig, sie im laufenden Betrieb auszutauschen.

„Die Banken müssen noch ein gerütteltes Maß an Hausaufgaben erledigen, damit sie auf dem Stand anderer Industrien stehen“, ist Ehlerding überzeugt. Dabei gehe es auch darum, zum Beispiel mehr von den Fintechs zu lernen, meint er. Zudem könnten Banken, wie es Unternehmen aus anderen Branchen bereits tun, auch andere Dienstleistungen über das klassische Bankgeschäft hinaus anbieten.

Klar ist für viele Geldhäuser indes: Sie müssen mehr dafür tun, dass Kunden auch online Verträge abschließen können. Das wollen gut 60 Prozent der Banken verbessern.

Letztlich zeigen sich die Geldhäuser optimistisch: 50 Prozent der Befragten glauben, dass sich durch die Digitalisierung die Erträge um zehn Prozent oder mehr steigern lassen. Doch auch hier bremsen die ZEB-Berater. Sie warnen: Zwei Drittel der Ertragssteigerungsprojekte verfehlen das erwartete Ergebnis.

Quelle:  Handelsblatt Online
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