Digitalisierung: Jeder dritte Banker könnte durch eine Maschine ersetzt werden

Digitalisierung: Jeder dritte Banker könnte durch eine Maschine ersetzt werden

, aktualisiert 25. Juli 2017, 19:54 Uhr
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Auch an der Wall Street fürchtet man sich vor den Auswirkungen der Digitalisierung.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Digitalisierung schreitet voran. Sie wird Jobs kosten, so viel ist sicher. Auch das Bankgeschäft wird digital umgekrempelt – laut einer neuen Studie stärker als gedacht. Jeder dritte Arbeitsplatz könnte verschwinden.

Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten: Auch bei den Investmentbanken, bisher der Inbegriff für die Geldmaschinen des Finanzsektors, dürften neuen Technologien Einzug halten – und den menschlichen Angestellten rund ein Drittel der Arbeit abnehmen. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey hervor. Der Wandel führt an der Wall Street bereits zu Verlustsorgen – und dürfte laut der Untersuchung möglicherweise in wenigen Jahren vonstatten gehen.

Kognitive Technologien – also Programme oder Maschinen, die Aufgaben ausüben, für die einst das menschliche Gehirn unerlässlich war – sind heute billig genug zu haben, damit Banken sie auch im Breitengeschäft wie etwa dem Handel einsetzen können. Das hat Vorteile: Solche automatisierten Prozesse werden laut McKinsey „Kapazitäten freisetzen“ und es Mitarbeitern ermöglichen, sich auf Aufgaben mit höherem Wert zu konzentrieren. Dadurch könnten unter anderem neue Ideen besser entstehen.

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„Der Trend gewinnt wirklich an Fahrt und wird die Branche in den kommenden zwei bis drei Jahren verwandeln“, erklärt Jared Moon, McKinsey-Partner und einer der Autoren der Studie. Das Beratungsunternehmen prognostiziert, dass kognitive Technologien 20 bis 30 Prozent der Mitarbeiter etwa im Handelsgeschäft freisetzen werden.

Hilfe, ein Roboter klaut meinen Job!

  • Bedrohte Jobs

    Dass die Zeichen der Zukunft auf digital stehen - geschenkt. Doch ein Journalist der britisch-amerikanischen Webseite Mashable hat darüber einen Artikel veröffentlicht, welche Jobs schon im nächsten Jahr von Robotern ersetzt werden könnten. Das Ergebnis ist überraschend: Ein Blick in die Gegenwart zeigt, dass die Zukunft oft schon da ist.

  • Reinigungskraft

    Sie heißen Scooba 230 oder Braava 380: Roboter, die selbstständig den Boden saugen oder wischen, gibt es schon seit ein paar Jahren. Aber bei aufwendigen Reinigungen, wie zum Beispiel das Entfernen von Bakterien und Keime, war der Mensch bislang unersetzbar. Doch das ändert sich zunehmend. In einem kalifornischen Krankenhaus ist bereits ein Putzroboter im Einsatz, der gezielt zur Bekämpfung von Keimen programmiert wurde. Mithilfe von UV-Licht befreit er das Hospital von Bakterien und Schimmel.

  • Lehrer

    Ob E-Learning oder Moocs: Die größten Bildungstrends der letzten Jahre fanden nicht in den Klassenräumen statt, sondern im Internet. Doch dass der Beruf des Lehrers aussterben könnte – daran haben bislang nur die wenigsten gedacht. In einer Schule im US-amerikanischen Connecticut, lernen Kindern mit Robotern – und das sehr erfolgreich. Zwar kann der Roboter noch keinen Lehrer ersetzen, aber er bringt immerhin die Qualifizierung eines Lehr-Assistenten mit.

  • Sportler

    Der vierfache Weltfußballer Lionel Messi kann ihn nicht bezwingen. Drei Mal nimmt er Anlauf und schießt mit voller Wucht auf das Tor – doch der Torwart hält den Ball. Jedes Mal. Doch nicht Manuel Neuer, Iker Casillas oder Gianluigi Buffont bewachen das Netz, sondern ein sonderlich grinsender Roboter. Jetzt arbeiten japanische Wissenschaftler an einem Roboter, der neben dem Fangen auch Werfen, Rennen und sich richtig positionieren kann. Das wäre dann der erste Roboter, der in der Lage wäre, in einer Mannschaft mit anderen Menschen zu spielen.

  • Pfleger

    Kranke zu pflegen kann nicht nur psychisch belastend sein, sondern auch körperlich. Etwa um den Patienten aufzuhelfen, sich umzudrehen oder umzubetten. In einem Krankenhaus in Singapur erledigt das nun ein Roboter. Das wohl intelligenteste Bett der Welt unterstützt den Patienten bei den Bewegungen und schätzt selbstständig die Geschwindigkeit ein.

  • Verkäufer

    Wer im US-amerikanischen San Jose den Orchard Supply Hardware Store betritt, wird von einer rollenden weißen Säule namens OSHbot begrüßt. Der Roboter hat ein kleines Display mit integrierter Kamera, in das die Kunden ihre Wünsche äußern können. Zum Beispiel, indem sie eine bestimmte Schraube vor die Kamera halten. OShbot identifiziert die Schraube und führt den Kunden dann direkt zum entsprechenden Regal. Auch über die Lagerbestände weiß er zu jeder Zeit Bescheid.

    Ein Video von Oshbot: http://www.mercurynews.com/business/ci_26815593/robots-helping-customers-at-san-jose-orchard-supply

  • Concierge

    In einem Hotel in der US-amerikanischen Stadt Cupertino, mitten im Tech-Paradies Silicon Valley gelegen, begleitet ein Roboter namens SaviOne, die Gäste des Drei-Sterne-Hotels Aloft in ihre Zimmer. In diesem Jahr befand sich das Projekt noch in der Testphase, ab 2015 soll eine kleine Armee von Robotern die Gäste der Starwood-Hotelkette, zu der auch das Aloft gehört, glücklich machen.

  • Schauspieler

    Schauspieler müssen sich jede Rolle hart erkämpfen, bei so gut wie jedem Casting ist die Konkurrenz groß. Und künftig wird sie noch größer. In diesem Jahr wurde eine Rolle in der Theateraufführung von Franz Kafkas „Die Verwandlung“ von einem Roboter gespielt. Gregor Samsa, der sich eines Morgens in ein Ungeziefer verwandelt sieht, wacht in der neuen Interpretation als Roboter auf.

    Video: http://www.newsplay.de/video/Newsplay/International/video-Theater-Experiment-Roboter-spielt-Kafka-wissenschaft-technik-forschung-Frankreich-804828.html

  • Pilot

    In einem Flugzeug ist schon viel automatisiert – doch so ganz ohne Piloten aus Fleisch und Blut ging es bislang nicht. Das will das Advance Institute of Science and Technology in Südkorea ändern. Pibot ist ein Roboter mit Armen, Beinen und einem Kopf. Und soll ein Flugzeug durch schwierige Manöver fliegen. Im nächsten Jahr wird das wahrscheinlich noch nicht möglich sein, zumindest nicht im normalen Passagierverkehr. Aber Pibots Zeit wird kommen, und wahrscheinlich schneller als heute gedacht.

Für die Betroffenen sind das keine guten Nachrichten. Längst hat die Automatisierung die Wall Street in Unruhe versetzt, weil Angestellte sich Sorgen machen, dass sie von Maschinen ersetzt werden. Diese Maschinen sind dazu in der Lage, große Datenmengen zusammenzustellen und zu analysieren, Verträge zu interpretieren oder die Kunden zu beraten. Und das sind nur einige der Fähigkeiten, die die Studie beschreibt. Doch es gibt auch eine erfreuliche Nachricht: Unternehmen, die bereits mitten im Wandel stecken, entlassen demnach keine Mitarbeiter.

„Die Technik hilft, wertvollen Experten mehr Zeit für anderes einzuräumen“, sagt Moon. „Die Angestellten müssen neue Fähigkeiten nutzen. Zwar wird manuelle Arbeit zurückgefahren, dafür ist mehr möglich rund um die Themen Analytik, Transformation und Wandel.“

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