Dividenden: Dax-Konzerne überweisen 29 Milliarden Euro

Dividenden: Dax-Konzerne überweisen 29 Milliarden Euro

, aktualisiert 25. April 2016, 17:13 Uhr
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Wichtiger als eine hohe Dividendenrendite sind stetig steigende Dividenden.

von Ulf SommerQuelle:Handelsblatt Online

In der diesjährigen Dividenden-Saison schütten 15 Dax-Konzerne so viel aus wie noch nie zuvor in ihrer Firmengeschichte. Allerdings gibt es auch einige Negativausreißer, die die Gesamtbilanz etwas trüben.

DüsseldorfDer Aktionär ist König – aber nicht überall. Die diesjährige Dividenden-Saison enthält viele Superlative: 24 der 30 größten börsennotierten Unternehmen zahlen ihren Aktionären in diesem Jahr mehr Dividende als im Vorjahr. 15 Konzerne schütten sogar so viel aus wie noch nie in ihrer Firmengeschichte, darunter der Pharmakonzern Bayer, der Gesundheitsspezalist Fresenius und die Autobauer BMW und Daimler. Dennoch sinkt die Gesamtsumme nach Berechnungen der Unternehmensberatung EY leicht um 1,9 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro.

Wie ist das Minus zu erklären? Fast alle kleineren und mittelgroßen Dax-Unternehmen erhöhen ihre Dividende, doch einige wenige Schwergewichte muten ihren Aktionären empfindliche Einbußen zu. So gehen Aktionäre bei der Deutschen Bank in diesem Jahr leer aus, auch RWE streicht seine Dividende zumindest für die Stammaktionäre komplett, stimmrechtslose Vorzugsaktionäre erhalten eine Mini-Dividende von 13 Cents je Aktie.

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Schließlich kürzt Volkswagen seine Ausschüttung um gut 96 Prozent: Anstelle von 4,60 Euro pro Aktie, wie noch im Vorjahr, gibt es diesmal nur elf Cents. Allein diese drei Unternehmen stehen für ein Minus von 3,8 Milliarden Euro. Anders formuliert: Ohne diese drei Ausreißer wäre dieGesamtsumme der Dividenden um mehr als zehn Prozent auf fast 33 Milliarden Euro gestiegen.

Doch auch mit diesen wenigen, aber großen Ausreißern bedeutet die diesjährige Dividende im Dax die zweitgrößte Summe in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Größter Dividendenzahler Deutschlands ist Daimler mit einer Ausschüttungssumme von knapp 3,5 Milliarden Euro. Der Autobauer erhöht seine Dividende drastisch um 33 Prozent von 2,45 Euro auf 3,25 Euro.

Außerordentlich spendierfreudig zeigen sich auch der Autobauer BMW, der Zulieferer Continental und der Gesundheitsspezialist Fresenius. Sie erwirtschaften ungeachtet der Krise in vielen Schwellenländern Rekordgewinne. Auch der Markenkonzern Henkel und die Softwareschmiede SAP zeigen sich ökonomisch stabil ­­- und erhöhten ihre Dividende kräftig. Die Commerzbank und Deutsche Lufthansa zahlen nach einer Nullrunde im Vorjahr erstmals wieder eine Dividende.


Eine hohe Dividendenrendite ist nicht unbedingt ein Gütesiegel

Gemessen an den aktuellen Aktienkursen fahren Anleger mit der Eon-Aktie die höchste Dividendenrendite ein. Sie liegt bei 5,4 Prozent. Das sind mehrere hundert Prozent mehr, als sich mit den meisten Staats- oder Unternehmensanleihen erzielen lässt. Für Geld auf dem Sparbuch gibt es gar so gut wie gar keine Zinsen mehr.

Doch Eon ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine hohe Dividendenrendite nicht unbedingt ein Gütesiegel ist. Der Versorger hat seine Ausschüttung in den letzten Jahren mehr als halbiert. Die hohe Rendite errechnet sich  daraus, dass der Kurs noch rasanter als die Dividende gefallen ist.

Wichtiger als eine hohe Dividendenrendite sind stetig steigende Dividenden. So erreichen Anleger mit dem Pharmakonzern Bayer bei einer diesjährigen Dividende von 2,50 Euro und einem Aktienkurs von aktuell 109 Euro eine eher magere Dividendenrendite von 2,3 Prozent.

Doch eine schlechte Wahl ist Bayer deshalb nicht. Die Leverkusener haben seit 2005 ihre Dividende zehnmal erhöht, einmal konstant gehalten, aber nie gesenkt. Die Ausschüttung hat sich mehr als vervierfacht. Dass die Rendite dennoch auf bescheidenem Niveau verharrt, liegt allein daran, dass der Aktienkurs ebenso stark gestiegen ist wie die Dividende.

Auch die Fresenius-Aktie ist auf den ersten Blick kein Gewinnbringer. Denn der Gesundheitskonzern speist seine Anleger Jahr für Jahr scheinbar billig ab. Wer die Aktie des Dax-Konzerns zum Wochenanfang zum Kurs von 65 Euro kaufte, fährt nur eine Dividendenrendite von 0,9 Prozent ein. Das ist sehr wenig im Vergleich zu den übrigen Werten aus der ersten Börsenliga, für die es im Gesamtdurchschnitt fast drei Prozent gibt.

Aber: Fresenius erhöht in diesem Frühjahr das 23. Jahr in Folge seine Ausschüttung: von 44 auf 55 Cents je Aktie. In den vergangenen 23 Jahren stieg die Dividende um 2650, der Aktienkurs noch stärker um über 5000 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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