DKB: „Manchmal sind wir die Spaßbremse“

DKB: „Manchmal sind wir die Spaßbremse“

, aktualisiert 22. März 2017, 15:44 Uhr
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Der DKB-Chef kann sich vorstellen, seinen Kunden digitale Angebote zur Vermögensanlage zu machen

von Frank Matthias DrostQuelle:Handelsblatt Online

Die DKB gehört zu den Trendsettern in der deutschen Bankenlandschaft. Mit der Übertragung der Handball-WM steigerte die BayernLB-Tochter ihre Bekanntheit. Nun denkt sie über weitere Fintech-Kooperationen nach.

BerlinDie Deutsche Kreditbank (DKB) denkt über eine weitere Kooperation mit Fintechs nach. So kann sich der Vorstandsvorsitzende Stefan Unterlandstättner vorstellen, seinen Kunden digitale Angebote zur Vermögensanlage zu machen. „Robo-Advice ist ein spannendes Thema. Wir gucken uns das an und haben auch schon Gespräche mit Anbietern geführt“, sagte der Vorstandschef bei Vorstellung der Jahreszahlen in Berlin. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die Tochter der BayernLB gehört zu den Trendsettern in der deutschen Bankenlandschaft, was die Zusammenarbeit mit Fintechs angeht. DKB-Kunden können mit Finreach ihr Konto und Depot wechseln oder mit Hilfe von Barzahlen.de per Smartphone Geld bei Einzelhändlern abheben. Wie wichtig der DKB dieses Thema ist, beweist auch die Anfang des Jahres neu geschaffene Position eines Chief Digital Officers, der direkt an den Vorstand berichtet. Allerdings gibt es Grenzen bei der Liebe zu den Fintechs: „Wir werden uns niemals an ihnen beteiligen“, so Finanzvorstand Rolf Mähliß. Denn dann würde das Unkonventionelle und die Leichtigkeit, die diese Betriebe auszeichne, wohl auf der Strecke bleiben. Selbst sieht sich die DKB als Sparringpartner für Fintechs. „Und manchmal sind wir auch die Spaßbremse“, so Unterlandstättner, falls Lösungen mit regulatorischen Anforderungen kollidieren.

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Dass die Bank auf Höhe der Zeit ist, beweisen die Kundenzahlen. Mit 400.000 Neukunden legte sie unter den Direktbanken zuletzt am stärksten zu. Aktuell betreut sie 3,5 Millionen Kunden und behauptet damit den zweiten Platz hinter dem Platzhirschen ING Diba mit 8,8 Millionen Kunden. Privatkunden müssen weiterhin nicht damit rechnen, dass sie mit Negativzinsen belastet werden. Dabei hatte die Bank selbst Belastungen durch die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank von 0,4 Prozent in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags zu stemmen. Die DKB will nach den Worten Unterlandstättners weiterhin am kostenlosen Girokonto festhalten.

Obwohl die DKB nur auf ein Drittel der Bilanzsumme ihrer Muttergesellschaft kommt, trägt sie zur Hälfte des Gewinns bei. Der wurde allerdings im vergangenen Jahr etwas verzerrt. Denn der Verkauf der Anteile an Visa Europe spülte 132 Millionen Euro in die Kassen. Vor Steuern stieg das Ergebnis um 40 Prozent auf 331 Millionen Euro.

Zur Überraschung vieler sprang die DKB Anfang des Jahres bei der Übertragung der Handball-Weltmeisterschaft in Frankreich in die Bresche. Als Rechteinhaber sicherte sie die Live-Übertragung wichtiger Spiele über Youtube. Auch wenn die deutsche Mannschaft unter den Erwartungen blieb, freut sich Unerlandstättner immer noch über den Coup. Die Fangemeinde in den sozialen Medien wuchs kräftig und auch wirtschaftlich war die Übertragung ein großer Erfolg. „Um die Markenbekanntheit zu erreichen, die uns mit diesem Engagement gelungen ist, hätten wir mehr als acht Millionen Euro investieren müssen“, so der Vorstandschef. Tatsächlich sollen die Rechte weniger als eine Million Euro gekostet haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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