Dr. Sommers Marktdiagnose: Es gibt noch Luft nach oben

Dr. Sommers Marktdiagnose: Es gibt noch Luft nach oben

, aktualisiert 01. Januar 2017, 19:16 Uhr
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Dr. Ulf Sommer, Handelsblatt-Redakteur und Kolumnist.

von Ulf SommerQuelle:Handelsblatt Online

Hat der Dax auf Jahreshoch geschlossen, weil Anleger seit Wochen nur das Gute sehen wollen und schlechte Nachrichten ignorieren? So einseitig ist es nicht - und das ist auch gut so.

DüsseldorfWann hat es das schon einmal gegeben: Mit 11.481 Punkten beendet der Dax 2016 auf einem Jahreshoch. Nach katastrophalem Start, einem Rückfall bis auf 8700 Punkte und vielen holprigen Monaten schafft unser wichtigstes Börsenbarometer ein Gesamtplus von sieben Prozent und zugleich das fünfte Gewinnjahr in Folge.

An der Börse Gewinne zu erwirtschaften, kostete eine Menge Nerven. Das wird sich auch 2017 nicht ändern. Der designierte US-Präsident Donald Trump, der am 20. Januar sein Amt antritt, ist von der Börse bereits reichlich gefeiert worden. Anleger erhoffen sich Konjunkturprogramme, was die Gewinne vieler Unternehmen und die Ausgabefreude der Konsumenten beleben dürfte – so das Kalkül.

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Die Bankenkrise in Italien haben Anleger offenbar ebenso ausgeblendet wie die anstehenden Wahlen in Frankreich und den Niederlanden. Gewinnen die Rechten um Marine Le Pen und Geert Wilders, droht Europa, so wie wir es kennen, zu zerfallen.

Kann also alles nur schlechter werden als jetzt, weil alle guten Nachrichten in den Kursen stecken, die schlechten aber noch nicht? Nicht unbedingt. Die meisten Anleger kennen all die skizzierten Probleme und Gefahren schließlich auch – und dennoch sind die Kurse gestiegen.

Anders formuliert: Ohne diese vielen Störfeuer wären die Kurse vermutlich noch weit stärker gestiegen – und der Dax würde wohl ebenso wie der Dow Jones auf Rekordhoch notieren. Davon aber ist unser Börsenbarometer immer noch rund 1000 Punkte entfernt.

Und noch etwas stimmt für 2017 zuversichtlich: Aktien sind nach fünf guten Börsenjahren zwar nicht mehr billig, aber auch keinesfalls überteuert. In Relation zu den Unternehmensgewinnen sind die 30 Dax-Konzerne mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 durchschnittlich bewertet. Da ist noch Luft nach oben – solange sich die Weltwirtschaft weiter erholt, Europa nicht zerfällt und Donald Trump liefert, was sich Anleger von ihm versprechen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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