Dürregeplagte US-Westküste: Tote Bäume und leere Brunnen in Kalifornien

Dürregeplagte US-Westküste: Tote Bäume und leere Brunnen in Kalifornien

, aktualisiert 22. März 2016, 10:51 Uhr
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Trotz der jüngsten Regenfälle kämpft Kalifornien noch immer mit den Auswirkungen der langanhaltenden Dürre.

Quelle:Handelsblatt Online

Trotz der jüngsten Regenfälle bleibt die Situation in Kaliforniens Dürregebieten angespannt. Erschöpfte Grundwasserspeicher und leere Brunnen prägen das Bild, vor allem der Wald leidet unter den Auswirkungen der Dürre.

San FranciscoEin Hoffnungsschimmer am grauen, kalifornischen Himmel: Die jüngsten starken Regenfälle in dem dürregeplagten US-Westküstenstaat werden als „März-Wunder“ begrüßt. Nach einem trockenen, warmen Februar bringt das Klimaphänomen El Niño endlich wieder Wasser.

Das Ende der Dürre? Einige Wasserreservoire im Norden Kaliforniens haben erstmals wieder ihren Durchschnittspegel erreicht. Doch nach vier extrem trockenen Jahren geben Wissenschaftler, Planer und Politiker keine Entwarnung.

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„Die jüngsten Regenfälle helfen, doch wir haben immer noch erschöpfte Grundwasserspeicher, trockene Wassernetze und leere Brunnen, die sehr lange brauchen, um sich von der Dürre zu erholen“, sagt Bauingenieurin Jeanine Jones. Sie ist seit vielen Jahren die Dürre-Beauftragte bei der staatlichen Wasserbehörde in Sacramento.

Vor einem Jahr hatte der kalifornische Gouverneur Jerry Brown Wassersparen angeordnet und Auflagen verhängt. Städte und Gemeinden müssen ihren Wasserverbrauch um 25 Prozent reduzieren. Trotz der jüngsten Winterregen soll diese Notstandsregelung mindestens bis Oktober weiter gelten, entschied die Behörde im vorigen Monat.

Forscher bringen die Verschärfung der Dürreprobleme im Westen der USA mit dem menschengemachten Klimawandel und den daraus resultierenden wärmeren Temperaturen in Verbindung. „Längere Dürreperioden gab es schon in der Vergangenheit, aber die steigenden Temperaturen verschlimmern nun die Auswirkungen der Trockenheit, wir sprechen von 'heißen Dürren'“, erklärt James Vose vom US-Forest Service.

Der Wissenschaftler ist Mitverfasser einer im Februar von der Forstverwaltung veröffentlichten Studie über die schädlichen Auswirkungen der Dürre für Wald und Weideland. Seit 2010 sind demnach rund 40 Millionen Bäume in den kalifornischen Wäldern der Trockenheit zum Opfer gefallen, auch durch dürrebedingte Brände und einen starken Borkenkäferbefall der geschwächten Bäume.


29 Millionen tote Bäume allein 2015

Gouverneur Brown sprach im vorigen Oktober von dem schlimmsten Baumsterben in der jüngeren Geschichte des Westküstenstaates und rief einen „Baum-Notstand“ aus. Nach Schätzungen der Forstbehörde gingen allein 2015 insgesamt 29 Millionen Bäume durch Trockenheit zugrunde.

Wissenschaftler der Carnegie Institution for Science gehen von noch größeren Schäden aus. Im Dezember legten sie eine Untersuchung vor, wonach seit 2011 bis zu 58 Millionen große Bäume – von den Mammutbäumen in Nordkalifornien bis zu den Kiefernwäldern der südlichen Sierra Nevada – so viel Wasser verloren hätten, dass ihr Zustand als „extrem bedrohlich“ eingestuft wurde.

Die Wald-Expertin Toral Patel-Weynand von der Forstbehörde in Washington verweist auf „stark sichtbare Dürreschäden“ im Los Padres National Forest und im Sequoia-Wald, einem beliebten Ausflugsgebiet. „Das Baumsterben hat auch Folgen für den Wasserhaushalt, die Holzgewinnung und für den Freizeitwert der Wälder“, zählt sie auf.

Viele Gegenmaßnahmen gibt es in extremen Dürrejahren nicht. Auf lange Sicht sollen mehr Bäume mit einer höheren Trockenresistenz angepflanzt werden, zum Schutz vor Bränden wird Unterholz ausgedünnt.

Kurz nach dem Weltwassertag, der jährlich am 22. März begangen wird, geht in Kalifornien die Winterregensaison zu Ende. Im Schnitt fallen dort 75 Prozent der jährlichen Niederschläge zwischen Anfang November und Ende März. Die Wintersaison mit Schneefall ist kürzer geworden. Nach Angaben der Forstbehörde hat sich hingegen die Zeitspanne für Waldbrände in den trockenen Sommer- und Herbstmonaten deutlich vergrößert – verglichen mit 1970 um 78 Tage.

Quelle:  Handelsblatt Online
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